Viel ist passiert seit dem letzten Blog. Eine kurze präsentische Rekapitulation bevor ich fortfahre, das mexikanische Geschehen aufzurollen. Momentan befinde ich mich im Zug von Göttingen nach Essen. Essen ist die erste Station auf meiner Reise durch Deutschland. Doch warum reise ich durch Deutschland? Vielmehr; warum bin ich überhaupt wieder in Deutschland? Auf diese beiden Fragen lässt sich simultan antworten. Zeppelin University Friedrichshafen. Eingeladen zu einem Bewerbungsgespräch für den Studiengang Cultural & Communication Management für den 31. Juli 09 entschied ich mich, meinen weltwärts-Freiwilligenjahr vorzeitig zu beenden. Da ich den Einladung am 20. Juli bekommen hatte, hatte ich sehr wenig Zeit mich zu entscheiden und ebenso wenig Zeit mich wirklich von Mexiko zu verabschieden. Die Fahrt nach Friedrichshafen -zwei Wege- kostet nur 200 Euro. Es ist ja schließlich auch einmal durch das ganze Land. Da ist das ja fast verständlich. Umgerechnet ergeben die 200 Euro jedoch ungefähr 3400 Pesos sind, von denen man sicher auch einmal durch das ganze Land käme. Komisch nur, dass Mexiko fast 8mal so groß ist wie Deutschland. An diesem Beispiel lässt sich gut eine Währungsdifferenz erläutern. Und es lässt erkennen, wie schwierig es für einen Amerikaner (nicht US-Amerikaner) ist, nach Europa zu reisen. Wer derartige Preisunterschied zu beachten hat, kann nicht verschwenderisch handeln. Wie dem auch sei. Aufgrund des hohen Preises wurde mir angeboten, doch de una vez in einen Deutschlandpass zu investieren; einen Monat lang kostenlos Zug in Deutschland fahren. Und da ich sowieso momentan einen Monat im „Vorsprung“ bin, hielt ich es für eine lohnenswerte Investition. Nun habe ich meine Reiseliste ausgearbeitet und nach den Kriterien „Uni-Stadt“ oder „Heimstadt eines ‘alten’ Bekannten“ ausgewählt. Mein erstes Ziel ist Essen, in dem ich Miriam, eine wahrscheinlich auch euch bekannt vorkommende Person, treffe. Denn auch sie war Freiwillige in Michoacan. Aufgrund persönlicher Gründe kehrte jedoch auch sie während der A H1N1-Seuchenparanoia nach Deutschland zurück. Nun werde ich sie besuchen, damit wir ein wenig in Erinnerungen schwelgen können. Nach Essen sind meine Zielorte Düsseldorf, Münster, Hannover, Hamburg, Berlin, Dresden, Leipzig und Jena. Ihr seht also, dass ich mir einiges vorgenommen habe. An dieser Stelle werde ich keine Details über das Gespräch an der ZU fallen lassen. Falls großes Interesse bestehen sollte, sprecht mich entweder persönlich darauf an oder hofft, dass ich bei Gelegenheit darauf zurückkomme. Nun geht’s jedoch erst mal zurück in meine Vergangenheit…
*swuuusch*
biepbiepbiep
Ich habe keine richtige Lust aufzustehen, aber ich weiß, dass ich sollte. Zum Einen sollte ich mein nervendes Handy ausstellen, zum Anderen will ich Julia nicht verärgern, wenn ich so schlafmützig bin. Wir wollen schließlich genug mitbekommen von einer der bekanntesten Ausgrabungsstätten Lateinamerikas. Palenque. Wir machen uns also auf den Weg zu der sich zwei Straßen weiter befindenden Busstation und besteigen den Kombi, der uns zur Kult(ur)stätte bringen sollen. Dort angekommen besteigt man einen kleinen Hügel, der natürlich sehr befestigt und ausgebaut ist. Leider sehr touristisch für meinen Geschmack, aber was soll man erwarten bei einem der modernen Weltwunder. Souvenirs und Fressstände en masse wie gewöhnlich. Wir bezahlten den horrenden Eintrittspreis und begannen mit dem weiteren Aufstieg. Treppen über Treppen und das war erst der Anfang. Als wir aus dem Dschungel, der Vegetationsexplosion heraustraten, standen wir einer enormen Maya-Pyramide gegenüber. Schnell wurden wir mit „fachkundigem“ Blick als Touristen erkannt und ein Führer näherte sich mit der Intention uns eine Führung anzudrehen. Doch nicht ausschließlich eine Führung über das Gelände samt Erklärungen, sondern -was uns überzeugte- in den Dschungel hinein und hindurch. Und so wanderten wir also in den Urwald immer den Schritten des Führers folgend. Anders als ich es mir immer vorgestellt hatte, war es einem Wald erstaunlich ähnlich, was Bodenbeschaffenheit und Atmossphäre anging. Doch die Lianen und gelegentliches Arageschrei halfen aus. Dennoch würde ich sagen, dass es sich zwar gelohnt hat, aber ich es sicherlich nicht noch mal für den Preis machen würde. Im Anschluss liefen wir über das riesige Gelände und bestiegen eine Pyramide nach der Anderen. Die Ausblicke waren durchaus sehenswert und auch die architektonischen Meisterleistungen waren anerkennenswert.