Archiv nach Monaten: September 2008

Und wieder stehe ich vor einer Menge an Tagen, die es zu umfassen gilt. Und da wird mir vorgehalten, keine Struktur zu haben. :-/ Es ist gar nicht zu einfach eine Selektion an Erlebnissen zu treffen und trotzdem eine gewisse Chronologie zu behalten. Da ist es mir meist wichtiger die spannendsten Begegnungen und Geschehnisse zu erwähnen oder zu erläutern, auf Kosten einer Reihenfolge. Das gilt insbesondere, wenn man unter Zeitdruck steht, weil man in einem Internetcafé sitzt oder in einem Computerraum, der um 8 schließt und es 7.10 ist. Gerade ist es 7.10 am 24. September. Nur dass ihr ungefähr abschätzen könnt, wie lange ich für einen Blog brauche, wenn ihr ihn lest, könnte es schließlich sein, dass es schon übermorgen ist. ;)

Also dann… Wo war ich beim letzten Eintrag. Samstag Nachmittag in Lazaro Cardenas. Neben der Struktur wurde auch um mehr Detailreichtum bei Städtebeschreibungen gebeten. Lazaro Cardenas ist eine sehr graue Stadt. Mal abgesehen von den Kleinbussen, die das Hauptverkehrsmittel sind und die ihre Farbbezeichnungen an sich tragen, gibt es nicht vieles, was das Auge erfreut. Ich erwähne die Kleinbusse, weil in Morelia zB die Busse alle weiß sind und die Bezeichnungen der Farben an ihnen dran stehen. Schriftlich. Da gefällt mir die Cardenas-Weise wirklich besser. Aber das ist auch fast das Einzige… Grau in grau in grau. Engen Straßen und unsaubere Ständen und Geschäfte. Nachdem wir (J hoch 2) das Cyber verließen, machten wir uns auf den Weg zu einem Elektrogeschäft, namens Elektra, in oder vor dem wir unsere Companiera Maren aus einem Nachbardorf treffen wollten. Es fiel auf, dass die Produkte anders als andere in ähnlichen Preislagen sind, als in Deutschland. Pech für Nina, die sich eigentlich irgendwann noch eine Kamera mit Ultrazoom zulegen wollte, weil sie gerne Paparazzifotos von weitem macht. (Lieben Gruß an die Paparazza) Wie dem auch sei… Später erzählte uns Maren, dass es nicht mal machbar gewesen wäre, der Kauf, weil die Kassen diesen Tag nicht funktionstüchtig waren und allen Kunden gesagt wurde, dass sie bitte am nächsten Tag wiederkommen sollten. Viva Mexico! Wir fanden dann einen sehr ordentlichen, einladenden und sauberen Saftladen und genehmigten uns eine Abkühlung, sowie die Portion Koffein nach der wir dürsteten. Naja… mit viel Wohlwollen. Es waren 2 Tassen mit heißem Wasser und eine Dose Nescafé-Pulver. Luxuriös, nicht wahr? Fast wie ein echter Cappuccino in Italien. Die Säfte waren Entschädigung genug. Maren trank eine sehr authentisch schmeckende Erdbeermilch, *Zensur* eine Schoko-Bananenmilch und ich einen Orangen-Papaya-Saft. Aber wenn ich Saft sage, meine ich auch Saft. Großartig! Man könnte fast erahnen, wieviel Sonne und Wasser, die Früchte erhielten, so schmackhaft waren ihre Extrakte. Wirklich sehr erfrischend und das ganze in 0,45 L- Gläsern mit Nachschlag für umgerechnet 1,30 Euro. Das liebe ich…

Der nächste Plan war dann Strand. Guter Plan! Ich vergesse immer, dass es einen Festpreis für Taxis gibt und wollte einen Collectivo nehmen. Da man aber vorher den Preis der Fahrt aushandelt, braucht man keine Angst zu haben, übers Ohr gehauen zu werden. Und 30 Pesos für 3 sind auch nicht viel mehr als 3 x 5 Pesos und es ist viel bequemer. Wir fuhren dann also mit dem Taxifahrer zum Strand und was sich bot, war wunderschön. Weißer Sand hinter grünen Palmen, ein netten Strandrestaurant vor blauem aufgewühlten Wasser und die Sonne, die sich dafür bereit machte ihrem Kumpel Platz zu machen, also schon eine leicht orangerote Färbung aufwies. Wie verzaubert wankten wir nach Entledigung unserer Schuhe ins lauwarme Wasser. (Verzeiht mir, dass es alles so kitschig klingt, aber nach meiner Meinung existiert das Wort Kitsch nur, wenn man die traumartige Realität versucht, abzubilden. Das heißt, dass alles, was in der Realität atemberaubend ist, wirkt in der Replik kitschig, aber da ich es euch nicht vorenthalten will, kann ich es euch nicht ersparen.) Die Strömung des Wassers ließ erahnen wie lebensgefährdend der Pazifik für ungeübte Schwimmer ist. Nach kleiner Wasserschlacht. Viel zu kleiner nach meinem Empfinden… (Spielekind!) … setzten wir uns in das Strandrestaurant und genoßen es Deutsch reden zu können und einfach plappern zu können, ohne über seine Worte oder seinen oder den deutschen Ruf nachdenken zu müssen und nicht jeden Satz zu formulieren, bevor man ihn spricht, sondern einfach nach dem Motto „Erst reden, dann denken“ in den Sonnenuntergang hineinzuexistieren. Dabei half der Topfkaffee mit der typischen mexikanischen Gewürznote gut. Zurück in Laz. Car. brachten wir Maren zum Bus und versuchten dann Daniel, den Mathelehrer zu erreichen. Nach einer Stunde Wartens kam er dann vorgefahren und sammelte uns ein. Schick gemacht mit noch schickerer Freundin an seiner Seite. Wir erschraken ein wenig, weil wir in Shorts und Sandalen (Ich) und Pulli und Schlabberhose (Begleitung) nicht gerade fetentauglich angezogen waren. Aber wir sind ja Halb-Gringos, wir dürfen das.

[Anmerkung des Autors: Momentane Zeit ist 13.09 am 25. September 2008, also der nächste Tag.]

Dann fuhren wir mit den beiden Hübschen erst einmal eine Michelada holen. Ein Biermix mit Chilli, Limonensaft, Eis und Salz. Nicht unschmackhaft, aber auch nichts wo ich mich reinlegen würde. Also weiter… Wir fanden dann für uns verwöhnte Deutsche noch ein Mixgetränk mit Tequila und Limo. Als wir dann in der Disco ankamen, fiel wieder auf, dass es doch einige Überschneidungen zwischen der lateinamerikanischen und europäischen Welt gibt. Zum Beispiel etliche aufgebrezelte Damen in der Disco und unzählige Videobildschirme an den Wänden, die einem helfen, den Sinnessalat auch ja aufrecht zu erhalten und den Durchblick völlig zu verlieren. Zumal auf jedem Bildschirm was anderes läuft und die Musik meist nochmal eine andere ist. Ansonsten wars aber ein recht netter Abend, auch ohne das man sich unterhielt. Wie denn bei dem Lärm. Aber wer will sich in der Disco auch unterhalten, außer den komischen Deutschen. ;) Ein spannender Unterschied waren die Schlangenluftballons, die plötzlich auf die Tanzfläche schwebten und ausnahmslos fast (tolle Contradiction in Adjecto, nicht wahr?) alle Männer anfingen, Tierchen oder Herzen oder Hüte in mehr oder weniger erkennbarem Zustand zu drehen, knicken, bauen und zu erreiben.

Gegen 2 Uhr kehrten wir dann ins Hotel zurück und freuten uns auf den Whirlpool (Gibt es ein deutsches Wort dafür?) Wir drehten das Wasser voller Vorfreude auf und es war kalt… Verzweifelt fragten wir den Portier. Warten! Zurückgekehrt probierte ich den Hahn für kaltes Wasser und siehe da, es wurd heiß. Nächste Problem waren die Blubels. Wir fanden zwar einen Drehknopf, aber der spotzte nur und hinterließ keinerlei Eindruck bei dem Wasser. Erneut lief ich zur Rezeption. Keiner da… Och nö… Whirlpool, der nicht funktioniert…Super… Ich fand dann eine junge Reinigungskraft, die bereit war zu helfen. Wer hätte denn ahnen können, dass man an dem Drehknopf ca 20 mal drehen muss, anstatt einmal, bevor sich etwas tut? Das Sprudeln war dann auch eher spärlich, aber es ging ja um den Luxus an sich. Schlafen war danach problemlos möglich… Seufzend sanken wir in dem 5-Mann-Bett in unsere Kissen.

Um 13 Uhr klingelte das Telefon auf dem Zimmer, dass wir doch bitte auschecken würden. Und 5 Minuten später erneut, ob wir wüssten, wer der Mann sei, der nach uns fragt. Daniel holte uns freundlicherweise ab und wir fuhren nochmals zum Strand. Operation Kokosmilch, die zweite Runde. Aus frisch aufgeschlagenen Kokosnüssen gab es das angeblich nahrhafte und erfrischende Getränk strohhalmweise serviert. Auch hiermit bin ich nicht richtig warm geworden, aber trotzdem war es nett mit Daniel und meiner Begleitung über sein Leben zu quatschen.

[ Und wieder muss ich vorerst Schluss machen, weil der Pc-Raum, bzw die Aufsichtspersonin Mittagspause ab 14.00 Uhr hat. Vielleicht komme ich heute später noch mal dazu oder aber ich schreibe am Wochenende in Morelia weiter. ]

[ Sonntag, den 28.09.08 um 20:50 in Las Canas: Wie zu erwarten war, habe ich es nicht geschafft, den Blog weiterzuschreiben, da etwaige Dinge in Morelia Priorität für mich hatten. Doch dazu später mehr. Nun sitze ich in dem Haus, in dem ich zu Gast bin, ohne Internet, mit dem Plan den Blog heute nacht zu vollenden. Große Töne, nicht wahr? Nun denn...]

Der Sonntag vor einer Woche verlief soweit ich mich recht erinnere recht unspektakulär. Wir bummelten noch ein wenig durch die Stadt um dann am frühen Nachmittag unsere jeweiligen Busse zurück in unsere Dörfer zu nehmen. Die Fahrten mit den Bussen sind meist echt akzeptabel, da man eigentlich immer klimatisierte erwischt.

Was ist in der letzten Woche denn Spannendes geschehen? Ich kann die Erlebnisse nicht mehr den Tagen zuordnen; ich hoffe das verzeiht ihr mir.

Montag kam ich in die Schule und musste zu meinem Leidwesen bemerken, dass die Englischlehrerin nicht anwesend war. Kurzerhand sog ich mir den Unterricht aus den Fingern, was mit mittelmäßig gelang. Im tercer semestre konnte ich einfach Vergleiche: Comparative und Superlative wiederholen. Im primer semestre wollten die Schüler aber auf Biegen und Brechen nicht verstehen, dass bei Simple Present nur die 3. Person Singular verändert wird. Könnte daran liegen, dass sie mit der Formulierung „tercera persona de singular“ nichts anfangen konnten. Schlussendlich habe ich sie dann an eine Aufgabe aus dem Buch gesetzt und resigniert ihr Scheitern beobachtet. In der nächsten Stunde Englisch fiel mir auf, dass ich nicht erklärt hatte, dass es nicht nur für He/She/It gilt, sondern auch für jegliche Namen und Bezeichnungen, die durch einen der drei vorangegangen ersetzt werden können. (grandmother/dad/dog/Juan).

Am Nachmittag wollte ich meine freie Zeit einmal nicht mit schlafen nutzen, sondern mich ein wenig weiterbilden und den Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera fortsetzen. Dazu legte ich mich genüßlich in die riesige Hängematte im Wohnraum von Donia Gavina. Nach ca 10 Seiten kam ich auf die Idee, die Hängematte auch zu dem zu nutzen, wofür sie noch hängt, neben dem erhöhten Ausspannfaktor. Ich stieß mich also mehrmals von der Wand ab, um sie so in gemäßigte Schwingung zu versetzen und genoß die Schwerelosigkeit. Als ich mich Bruchteile später mit schmerzendem Steißbein auf dem Boden wiederfand, war meine Verwunderung groß. Warum musste es ausgerechnet mit passieren, nachdem die letzten Tage verschiedenste Menschen meines bisherigen Bekanntenkreises ihre Zeit in der Matte genoßen haben, dass sie mir reißt? Nachdem sich meine Gastmutter nach meinem Befinden erkundigt hat und die Auskunft sie zufriedenstellte, brach sie in vergnügtes Gelächter aus, bar meines verdutzten Gesichts. Nachdem der Schock überwunden war, konnte ich auch darüber grinsen, doch zuerst habe ich mich erschreckt. Inzwischen ist sie gottseidank repariert, damit ich sie weiterhin für meine Zwecke benutzen kann. ;)

Als ich am Mittwoch, meinem freien Tag, natürlich nicht pünktlich um acht an der Schule erschien, kam einer meiner Schüler des quinto semestre auf mich zu und fragte halb scherzhaft, halb aufgebracht, warum ich denn so spät sei. Als ich mich auf dem Gelände umsah, konnte ich erkennen, dass der Großteil an männlichen Schülern, nicht wie gewohnt in Schuluniform, sondern in Arbeitskleidung aufgetaucht war. Wenig später sah ich, dass das Dach der neuen Direktion neben der Schule fertig zementiert war. Offensichtlich wurde die gesamte männliche Schülerschaft in diese Arbeit eingespannt, mit Erfolg. Das Dach war fertig. Ich bin wirklich gespannt, welcher Anblick mich morgen erwartet. Ich bin nahezu enttäuscht, dass ich den Bau dieses Hauses nicht genauer fotografisch dokumentiert habe, da mich die Geschwindigkeit der Arbeiter tierisch beeindruckt hat.

Mittwoch war Zeitpunkt eines weiteren Großereignisses der Woche. Schwimmen! Eine Gruppe von ca 15. Schülern, samt Direktor und mir wurden in zwei Autos gesteckt und los ging die Fahrt. Der von mir ausgemalte naturverbundene Bergsee entpuppte sich dann als Flußströmung über eine Straße hinweg in ein Miniaturtal mit 2 Metern Tiefe. Trotzdem hatte ich an dem Nachmittag sehr viel Spaß. Mit meinen für deutsche Verhältnisse eher mäßigen Schwimmkenntnisse, bekam ich hier doch glatt den Spitznamen grüne Kröte. (Sapo Verde) Klingt auf deutsch nicht ganz so vorteilhaft, aber in diesem Fall war es wohl eher auf meine Schwimmfähigkeiten als auf mein abstoßendes Äußeres zurückzuführen. Wie mir vorher nie bewusst war, ist es hier nicht gewöhnliches Schwimmen zu können. Für diese These spricht die Tatsache, dass keines der mitgefahrenen Mädchen schwimmen konnte. Dementsprechend wurde ich dann sowohl als Abschleppdienst, als auch als Schwimmlehrer engagiert. Größere Erfolge konnte ich jedoch noch nicht aufweisen. Ich werde daran arbeiten. Nach dem Schwimmspaß gab es dann „Seviche“ (eine Art Fischsalat mit Chili, Paprika, Tomaten und Zwiebeln) mit Catsup und Salsa. Es war echt nett mit den anderen Schwimmfans um das Auto herumzustehen und Small-Talk zu betreiben. Welches semestre ich denn am syphatischsten fände? Mit wem ich mich bisher am besten verstünde? Welches Mädchen denn das Hübscheste sei? Undsoweiter… Die nächste Überraschung war wie der unübliche Flusslauf über die Straße hinweg zum eigenen Vorteil genutzt wurde. Plötzlich wurden Plaste/Plastik-Schüsseln gezückt und begonnen die Autos zu waschen.

Donnerstag sollte eigentlich eine Kontrollarbeit die ich „konzipiert“ habe für das tercer semestre sein. Da aber weder ich, noch Tere, daran gedacht haben, Kopien für die Klasse anzufertigen, hatte ich die Aufgabe morgens diese Kopien zu erstellen. Und ausgerechnet an jenem Tag, an dem ich zum ersten Mal eindeutig zur Pünktlichkeit verpflichtet gewesen wäre, verschlief ich. Und? Was tut man? Ohne die erforderten Materialien auftauchen und nicht ganz so spät sein oder lieber mit Material völlig zu spät erscheinen? Meiner Meinung nach, kam es auf die Nuance an Verspätung nicht an, also erstellte ich noch die Kopien und hastete dann zur Schule. Tere nahm es gelassen und meinte; „dann machen wir den Test halt Montag“ (also morgen).

An jenem Abend packte mich der unstillbare Drang mich zu bewegen. Ich war regelrecht fickerig und sehnte mich nach einem ordentlichen Handballtraining. Also versuchte ich möglichst viele Leute aufzutreiben, die Lust dazu hätten, eine Partie Basketball zu spielen. Das gestaltete sich ebenfalls schwieriger als ich erhofft hatte. Umzingelt von Volleyballfans konnte ich nicht viel erreichen. Es fand sich dann ein 20-Jähriger, ehemaliger Schüler. Ich konnte ihm das Wasser reichen und mich bewegen. Wir spielten ein Duell, was wir beim Punktestand von 6:8 für mich abbrachen, um einer Gruppe von jungen Frauen die Chance zu geben teilzunehmen. Inzwischen hatte es angefangen in Strömen zu regnen. Anders als ich erwartet hatte, ließ davon niemand aus der Ruhe bringen und wir spielten weiter. Der Andere (dessen Namen ich wieder mal vergessen habe) und ich gegen 5 Frauen 15:5 und dann verlor ich mit 2 anderen Frauen zusammen gegen ihn und die anderen beiden übrig gebliebenen Frauen 10:4. Ich konnte nicht mehr und kehrte heim. Mein Ehrgeiz war gestillt, aber meine Ehre gekränkt, als ich sah, dass der Rest weiter in der Nässe focht.

Freitag. Am Tage zuvor hatte ich mit Janina (einer anderen Freiwilligen mit der ich schon lange mal wieder etwas machen wollte) ausgemacht, dass sie gegen 10 nach Las Canas kommen würde. Sie kam aus Lazaro Cardenas über die Autopista. Zum Verständnis: Alle Hauptverkehrswege gibt es in 2 Varianten. Die zahlungspflichtige, sehr zügige „Autopista“ und die billige, da kostenlose, sehr kurvige, durch die Berge führende „Libre“. Bei jedem Zahlungsterminal gibt es ein orangenes Haus „Caminos y Puentes“, das mit einigen Polizisten und Büroarbeitenden die Zahlung überwachen. Außerdem gibt es Sanitäranlagen auf jeder Straßenseite an dem die Autobusse, die nicht direkt fahren, ihre Fahrgäste rausschmeißen. Nur, auf welcher Straßenseite? Das wusste ich auch nicht. Und ab 10.15 wurde ich immer nervöser. Ich rannte immer zwischen den beiden Klo-„Terminals“ hin und her, befürchtend, dass ich einen Bus übersehen habe und sie eventuell irgendwo verloren auf mich wartete. Gegen 10.45 wusste dann das Personal an der Durchlassungsstelle über meine Situation Bescheid, da ich bei Hilflosigkeit zu Mitteilungsbedürftigkeit neige. Ich versuchte Janina mit dem Bürotelefon zu erreichen, aber sie hatte kein Netz. Das machte mich stutzig. Ich war davon ausgegangen, dass ich sie in Lazaro Cardenas von wo sie nach Las Canas aufbrechen würde, erreichen würde, mit der Entschuldigung, dass sie den Bus verpasst hätte. Wenn sie jedoch kein Netz hat, muss sie schon in der Nähe von Las Canas sein. Und wenn das, warum denn dann nicht hier bei uns?! Ist sie etwas irgendwo versehentlich falsch ausgestiegen? Ich machte mir inzwischen ernsthaft Sorgen. Ein weiteres Problem war die Tatsache, dass ich gegen 12.30 zusammen mit Janina und Nora, der Naturwissenschaftslehrerin nach Morelia losfahren wollte. Ein Mexikokenner wird jetzt fragen. Warum fahrt ihr denn von Las Canas, anstatt dass du nach Lazaro fährst, dort Janina triffst und dann von dort mit ihr bequem im Autobus nach Morelia fahrt. Die Erklärung ist simpel. Wieso für 371 Pesos nach Morelia fahren, wenn man es auch für 116 haben kann? Meine Gastmutter hatte mir nämlich davon erzählt, dass sie oft, in dem Lokal, in dem sie kocht, Lastwagenfahrer bewirtet, die man problemlos um eine Mitfahrgelegenheit bitten könne. Dieses Wagnis wollten wir eingehen. Aber wie, wenn Janina nicht mal da war? In der Zwischenzeit (11.15) hatte ich an beiden Erleichterungseinrichtungen Menschen informiert, sowie am „CyP“, sodass Janina in jedem Fall von irgendwo in Empfang genommen worden wäre. Plötzlich fuhr ein junger Mann mit Siehst-du-ich-bin-schon-richtig-männlich-Oberlippenbart (so einen, wie auch ich inzwischen gruppenzwangbedingt trage) in Crux roja-Uniform in seinem Ambulanzwagen vor. Ich fühlte mich zwar nicht gut, aber derartig schlecht nun auch nicht. Dann stellte sich heraus, dass er wohl dem Büro-Telefon nicht traue und mir außerdem die Chance wollte, eine panisch-verzweifelte SMS zu schreiben. Er fuhr also mit mir aus dem Funkloch hinaus. Es lebe die mexikanische Hilfsbereitschaft! Leider in diesem Fall auch nur in der Theorie großartig. Denn auch von meinem Telefon erreichte ich niemanden. Resigniert fuhren wir zurück und er beschwichtigte mich, dass ich einfach etwas Geduld haben solle. Es könne ihr gar nichts passiert sein, weil in dieser Gegend nie etwas passiert. Ich gelangte erneut an der Pista an und setzte meine Patrouille einige Zeit fort. Nun war es übrigens 11.50. Dann sah ich plötzlich den Ambulanzwagen aus Richtung Las Canas angefahren mit einer breit grinsenden dem Beifahrerfenster hängenden, breit grinsenden Janina. Die Erleichterung und das Unverständnis nahmen sich nicht viel. Es stellte sich heraus, dass sich die Schalterdame am Busterminal in Lazaro Cardenas nicht die Mühe gemacht hat und Janina den Unterschied zwischen Libre und Autopista erklärt hat. Dementsprechend saß Janina in dem Bus, der über die Libre fuhr. Nachteil: Ich wusste es nicht und er braucht anstatt 1 ½ Std, 4 geschlagene Stunden. Vorteil: Er hält mitten im Dorf. (Der Vorteil ist in diesem Fall auch keiner, da mein Unwissen ihn negierte) Sie war also direkt im Dorf, anstatt an der Autopista 2 ½ km vom Dorf entfernt, angekommen und hatte sich zur Schule und Tere durchgefragt. Diese wiederum war mit ihr und Nora zu meinem Haus gegangen, um meinen Gastbruder, mehr ungewollte, dazu zu verpflichten, Janina zur Pista zu begleiten. Auf dem Weg dorthin hat sie dann der nette Ambulanzmann aufgesammelt. Das ist die ganze Geschichte. Ich habe Angst- und Hitzeschweiß geschwitzt, wie ihc noch nie in meinem Leben zugleich und in der Konzentration geschwitzt habe.

Nach kurzer Zeit der Regeneration und einem kurzen Snack kehrten wir zurück zur Autopista, um von dort den Tramp zu finden. Kaum saßen wir einen Viertelstunde und freuten uns über das von Gavina spendierte Papayawasser, hieß es auch schon. „Mit dem könnt ihr fahren.“ Endlich wurde mir einmal das Geheimnis gelüftet, warum LKW-Kanzeln so riesig sind. Neben 2 Sitzplätzen befindet sich eine Liege hinter den Sitzen, die Platz für 2 Leute bietet. Und da sich unsere Befürchtung, dass wir 7 Stunden brauchen würden (Die Vermutung lag nahe bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h) auch in nichts aufgelöst hat, (Er muss, während wir geschlafen haben immer auf 100 erhöht haben, um den Rückstand aufzuholen.) war es die bequemste Überfahrt bisher in Mexiko. Wie hätten wir zuvor denn auch liegen können?! Wunderbar… Ich habe gut geschlafen… Außerdem hat sich ja zum Glück Nora um das Entertainement des Fahrers gekümmert. Wahrscheinlich nicht ganz freiwillig, aber wir sind Fremde, wir dürfen das… Junge, klingt das dekadent…

In Morelia an der Autopista rausgeschmissen, fanden wir uns in völliger Ödnis, mal abgesehen von einigen verrammelten Geschäften am Straßenrand. Als sich Nora nach einiger Zeit des Wartens bei einem am Straßendrand stehenden Auto samt Fahrer erkundigen wollte, wieviel wohl ein Taxi kosten möge, fuhr das Auto vor und Nora kicherte, dass er uns mitnähme. Pick-Up fahren macht echt Spaß, wenn man fähig ist, den Schmerz am Hintern zu missachten und resistent gegen windverschuldete Nackenversteifung. Aber dann ist die Fahrt großartig, der Fahrtwind berauschend, ganz zu schweigen von der Freude, die es macht, Verwirrung auf erwunkenen Gesichtern zu lesen.

Als wir in Morelia selbst ankamen, war es noch immer etwas außerhalb des Zentrums, in der von der Gastronomie-Globalisierung erschloßenen Zone. Wir gingen zu Kentucky Fried Chicken, um uns etwas zu essen zu genehmigen. So skeptisch ich der Verdrängung von Kulturgut von Fastfoodketten entgegenblicke, so schön kann es sein, etwas Essen zu gehen und vorher zu wissen, wie es schmeckt. Ein wenig „Heimat“ schmecken zu können. Das mag sehr luxusverwöhnt oder seltsam anmuten, aber wenn man immer nur Dinge, die man nicht kennt, ist ein schönes „Piece of chicken“ was ganz besonderes. Dermaßen gesättigt, suchten wir uns einen Collectivo zum Freiwilligenhaus. Etliche Leute waren schon dort im Freiwilligenhaus eingetroffen und feierten eine Abhäng-Kartenspiel-Party. Da Janina aufgrund eines tobenden Gewitters in ihrem Dorf in der vorherigen Nacht, aber sehr müde war und ich auch etwas Schlaf vertragen konnte, gingen wir bald („bald“ nach Aussage der anderen Feiernden, tatsächlich war es 00.00 Uhr) in die Waagerechte.

Kleine Vorgeschichte:

Alle Freiwilligen sind mit der Fluglinie Iberia Airlines nach Mexiko gereist. So auch Janina. Mit dem Unterschied, dass alle anderen Gefährten ihr Gepäck vollständig zurückerhielten. Sie vermisste einen Rucksack. Als wir uns erkundigten, wo er denn wäre, wurde uns gesagt, dass er binnen eines Tages von Madrid, wo er sich (angeblich) zu dem Zeitpunkt befand, nach Mexiko D.F. Geschickt werden können. Völlig erleichtert, dass er überhaupt Spuren hinterlassen hatte und man wusste, worum es sich handelte, bemerkten wir nicht wie unwahrscheinlich die Aussage der 1-Tages-Rückkehr war und gaben unverblümt und blauäugig das Hostel, in dem wir eine Nacht gastierten, als Empfangsadresse an. Natürlich war der Rucksack am nächsten Tag nicht da und auch die Hilfstelefonnummer, die uns die Iberia-Tante für den Notfall gab, war nicht funktionstüchtig. …Ich spule vor… Auch nach 3 Wochen ist der Rucksack nicht bei ihr angekommen. Doch am 20., dem letzten Samstag, bekam Janina die Nachricht, dass das Gepäckstück in Morelia am Flughafen auf sie warte. Nun aber…

Wir machten uns also auf dem Weg zum Flughafen. Als wir uns bei einer Sicherheitskraft nach dem Weg zum Flughafen erkundigten, hieß es, „Nehmt ein Taxi für 200 Pesos, eine andere Möglichkeit gibt es nicht“. Da wir aber von einem Einheimischen wussten, dass es eine Möglichkeit gäbe, mit dem Bus hinzukommen, blieben wir hartnäckig und fragten erneut. Dann gab er klein bei und schickte uns in der Halle A zu einem Schalter an dem man Tickets für 40 Pesos zum Flughafen kaufen konnte. Wir waren uns noch immer nicht sicher und riefen unseren morelianischen Kontaktmann Uriel an, der uns sagte, dass man in der Halle B Tickets für den Bus nach Zinapecuaro kaufen könne und sich in der Nähe des FH rausschmeißen lassen könne. Nun denn… Eine etwas andere Auskunft als die, die wir vor Ort erhielten. Frechheit! Wir zahlten dann letztendlich 16 Pesos pro Kopf, fanden uns aber auch nicht am FH wieder, sondern an einem Oxxo-Markt, der noch ca 3 km vom Flughafen entfernt war. Wir erkundigten uns nochmals in welche Richtung wir laufen mussten, lagerten unsere Gepäckstücke im Oxxo und liefen los. Janina war sich sicher die Mitarbeiter richtig verstanden zu haben. Ich war etwas verwundert, dass wir plötzlich mitten in ein Feld hineinliefen, direkt auf einen Bauernhof zu, aber ich vertraute ihrem Hörverstehen. Als sie zwischenzeitlich den Kopf wendete und sich umsah, fragte sie, ob ich denn wisse, warum die beiden roten Männchen/Frauchen am Ende des Weges wild gestikulierten und auf- und abhopsten. Ich schaute sie nur verständnislos und entgeistert an. Soviel zum Thema Hörverstehen… Da verlässt man sich einmal… Nicht zu glauben. Dementsprechend missbilligend auf meiner und grienend, lachend, grinsend, kringelnd auf ihrer Seite war der Rückweg zu den netten roten Oxxinas. „Da geht’s lang“ hieß es nur schmunzelnd und wir folgten diesmal wirklich ihrem Fingerzeig. Es war ziemlich heiß, trotz der Innländigkeit Morelias. Und obwohl wir die Hitze aus unseren Dörfern eigentlich gewöhnt sein müssten, ließ sie uns nicht kalt. Gar nicht auszudenken, wie es ohne die Aufbewahrungsmöglichkeit im Oxxo geworden wäre. Endlich kamen wir am Flughafen an, der aussah wie an einem Feiertag. Es hielten sich ca 4 Kunden und 10 „arbeitende“ Menschen dort auf. Zum Glück schien aber der Schalter der für Gepäckaufbewahrung zuständig war, weitestgehend besetzt zu sein. 1 Mann stand dort wartend. Janina zückte also ihren Gepäckschein und händigte ihn (unterschwellig zitternd) aus. Minuten vergingen, in denen man Sortieren und Kramen aus einem Hinterraum hörte. Uns verging nach und nach immer mehr der Mut. Leider lagen wir auch eher richtig als falsch mit unserer Mutlosigkeit. Als er zurückkehrte schmückte kein Rucksack seine Hände. Er gestand uns, dass der Rucksack zwar da gewesen sei, aber da ihn nach einer Woche noch niemand abgeholt hatte, wieder zurück nach Mexiko Stadt zurück geschickt worden wäre. Resignation auf der ganzen Linie. Wie unfähig kann man als Reiseunternehmen eigentlich sein und es nicht schaffen binnen fast einem Monat einen Rucksack seinem Besitzer zurückzuführen und nicht einmal zum Zeitpunkt des Eintreffens (sondern 5 Tage später) den Besitzer davon zu unterrichten. Hätte Janina die Nachricht früher erhalten, hätte sie problemlos auch früher am FH auftauchen können. So jedoch hat sie verständlicherweise keinerlei Sinn hinter der Hetze gesehen. Verdammte Fluglinie! Pinche Iberia! Außerdem erzählte uns der sehr hilfsbereite Mensch hinter dem Schalter, dass Iberia dazu verpflichtet sei, Janina in irgendeiner Weise zu entschädigen und sprach sogar davon, dass es schon am ersten Tage 25 Dollar hätten sein müssen. Wer kann denn sowas ahnen? Die Freude über die Existenz des Rucksack in den Daten Iberias war größer als die Skepsis ob der Entschädigungsumstände oder Kundenrechte. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie sich das entwickelt und ob unsere Reisebürokomplizin von Titanic Reisen in Berlin oder Alberto, unser Organisationsvorstand und für uns Zuständige auf mexikanischer Seite, in diesem Fall etwas ausrichten können.

Nach der Odyssee nisteten wir uns erneut im Hostel ein und verbrachten den Tag mit Abhängen. Nachmittags habe ich eine Stunde lang mit Verwandten geklönt. Es war echt schön einmal vertraute Stimmen so nah bei mir zu hören. So nett und freundlich die Menschen und so nahe mir einige der anderen Freiwilligen stehen. Blut ist dicker als Wasser und die Familie kennt man sein ganzes Leben. Abends gab es dann noch einen Film, etwas Nettes zu essen. Doch dann die Nacht. Es war schrecklich. Zuerst fraßen mich die Mücken auf wie selten seit meinem Aufenthalt. Und die mexikanischen Mücken lieben Füsse! Auf allen zehn Zehen habe ich bestimmt (samt Fuessen) dreissig Stiche. Noch dazu, also quasi ausserdem war mir warm und kalt zugleich. Ich wälzte mich von einer Seite zur Nächsten. Und es sollte noch schlimmer kommen. Plötzlich schüttelte mich ein Würgreiz. Schnell hastete ich zur Toilette. Erst nach mehrmaligem Erbrechen beruhigte sich mein Körpern. Zitternd sank ich auf die Kloschüssel. Nun plagte mich auch die rektale Ausscheidungsart, in Form von starkem Durchfall. Ich fühlte mich grausam. Schwach stolperte ich ins Zimmer zurück und kramte nach meiner Zahnbürste. Nach dem Zähneputzen fühlte ich mich etwas besser und legte mich schweißfeucht wieder in die Kissen. Kurze Zeit später fand ich mich erneut im Bad über dem Klosett. Erst nach 2 weiteren Entleerungen meiner Galle und meines Darms (Verzeiht mir die genaue Beschreibung… Ich hoffe es ist nicht zu anstößig, aber ich möchte auch kein Blatt vor den Mund nehmen) ließ mich mein Abwehrsystem ein wenig ruhen. Am schlimmsten ist das Gefühl würgen zu müssen, aber zu wissen, dass man vollkommen entleert ist und deshalb nur den Schmerz des Zusammenziehens von Muskeln, die ins Leere greifen, zu spüren.

Der Morgen war entsprechend unangenehm. Zum Glück traf ich bei (ihrem) Frühstück, meins fiel ja erklärlicherweise aus, eine Dreiergruppe von Tschechen, die mir dann eine Kohletablette einflößten (bei meinem Bewusstsein übrigens ;) ), die schnell Wirkung zeigte. Trotzdem habe ich vorsichtshalber diesen Tag, gestern, nur Wasser, Tee und Zwieback (Pan Tostado) zu mir genommen. Ich wünsche euch niemals Ähnliches.

Gestern Nacht gegen halb9 kam ich dann wieder an der Autopista, 2km von „meinem“ Dorf entfernt, an. Ich hoffte, an den Tiendas noch einen Mitbürger anzutreffen, der mich vielleicht zurück ins Dorf mitnehmen könne. Fehlanzeige. Der Gedanke an 2 Kilometer Schnellstraße im Dunkeln laufend, ließ mich schaudern, aber was blieb mir anderes übrig. Ich hatte ja meine Musik. Als ich dann bei der Durchfahrtkontrolle ankam, wurde ich nett von dem Polizisten begrüßt, der mir am Freitag zuvor so tat- und ratkräftig bei der Suche von „J“ zur Seite gestanden hat. Vorsichtig merkte ich an, dass ich keine Lust hätte zu laufen, machte mir aber trotzdem auf den Weg. Nach 10 Metern hörte ich einen Pfiff und sah eine der Frauen von zuvor in ihr Auto steigen. Glück gehabt… (Schisser!) Als ich dann endlich in meinem Haus ankam, wurde ich von meiner Gastfamilie begrüßt und mein Befinden wurde gleich mithilfe eines frisch aufgebrühten (mit Kraut aus dem nachbargarten) Tees multipliziert. Dann kamen urplötzlich drei Jugendlich ins Haus. Einen von ihnen kannte ich bereits vom Basketballspiel. Die anderen waren mir unbekannt. Dann wurde mir der eine von Ihnen als (Brust-vor-Stolz-schwellen-lassender) studierender Sohn vorgestellt. Er war mir von Anfang an symphatisch. Die folgenden 4 Stunden diskutierten wir über Sprachen wie Japanisch (schwer und interessant vom Klang → Animes vorgespielt mit englischen Untertiteln in japanischer Sprache), Deutsch (hat sowohl ähnliche Wörter mit dem Englisch als auch mit dem Spanisch und hat insgesamt einen recht harten Klang), Russisch (viele tsch- und k- Laute). Außerdem über die Stellung der Frau in ;exiko und Deutschland. Warum die Deutschen so wenig Kinder haben? Welche Vorurteile man über Deutsche hat… Sehr interessant und ich denke, dass wir in unseren Gesprächen sehr viel voneinander lernen können. Er meinte er hätte riesigen Respekt vor mir habe, da er selbst nach 2 Wochen Morelia, wo er studiert, Sehnsucht nach Mamita hat und zurückkehren muss. Wie kann ich es denn dann aushalten wollen, ein Jahr weg zu sein? Ich konnte es ihm nicht erklären, aber das es irgendwann mit Grenzen testen und Strapazierfähigkeit auf die Probe stellen. Außerdem will ich wissen, was ich kann. All dies leuchtete ihm zwar ein, aber verstehen konnte er es glaub ich trotzdem nur bedingt. Sein Traum ist es, in Europa zu arbeiten, da er meint, dass Mexiko nichts in die Welt transportiert hat. Und das, was Mexiko kann (Feiern, Handarbeit, Trinken, Kochen) ist nur als Kulturgut im Land selbst zu erleben. Mein Spanischverständnis wächst…

Danke für die ewiglange Aufmerksamkeit… Den heutigen Montag spare ich mir in Details…

Kurz: Arbeit geschrieben… Die Schüler des tercer semestre scheitern ziemlich, obwohl wir das Thema seit 3 Wochen machen. Ich freue mich auf die Punkteverteilungsherausforderung. Das primer semestre raubt mir erneut den Nerv und die Quinto erfinden Geburtstage, um mich Mädchen „beso“n zu lassen.

Also… Küsschen!

(5030 Wörter)

Als ich am Mittwoch wieder hier in Las Canas ankam, erschlug mich die Hitze foermlich. Ausserdem war ich gedanklich und gefuehlstechnisch noch nicht wieder bereit Abenteuer zu haben. Doch mein Ehrgeiz und vielleicht auch mein Ehrgefuehl zwangen mich dazu erneut ins Dorf zurueckzukehren. Nach 2 Wochen ist an Aufgabe nicht zu denken. Der Tag wurde schrecklich. Ich kam nach „Hause“ und alles schien grausamer als je zuvor. Die Betten haerter, die Klos dreckiger und brillenloser, die Duschen kaelter und die Menschen gehaessiger. Auf jeden Fall war dies der erste Tag an dem ich etwas verspuerte, was dem deutschen Begriff „Heimweh“, auf Spanisch interessanterweise Nostalgia, nahe kommt. Es ging mir wirklich schlecht… Daran konnte „New Police Story“ mit Jackie Chan auch nur bedingt was aendern, weil der Plot zwar gut war, aber die Umsetzung recht brutal und die Kitschszenen zwischendurch echt nervenaufreibend sind. Aber das kennt man ja von Jackie. Zurueck zum Thema. Es war echt schwierig nicht stetig zu schniefen, aber ich hatte das Gefuehl ein Gesicht wahren zu muessen. Wahren vor meinen Kollegen, wahren vor meinem Gastbruder, der einer meiner Schueler ist und irgendwie auch wahren vor mir selbst. Meine kurzerhand zur Vertrauten ernannte Englisch-Kollegin versuchte mir jedoch zu erklaeren, dass ich kein Gesicht zu wahren habe, weil mich noch niemand so richtig kennt. Ob mich das ueberzeugte, werde ich euch nicht verraten…

Ein weiterer Tiefschlag an den letzten Tagen war fuer mich die Abwesenheit des Internets. Ich hatte den Blog von gestern schon am Mittwoch abschicken wollen, aber es gab kein Internet und das hat mich staerker aus der Bahn geworfen, als ich erwartet haette. Ausserdem wollte ich zurueck nach Morelia, zurueck zu vertrauten Menschen, zurueck zu vertrauter Waerme. Nicht das ich hier keine Waerme erfahre, aber nichtsdestotrotz ist sie nicht zu vergleichen. Wenn ich im Nachhinein ueberlege; eigentlich hatte ich kaum einen Grund mich schlecht zu fuehlen, nicht wenn ich meinen Zustand mit dem der anderen Freiwilligen vergleiche. Kaelte, der Wohnzustand meines ersten Wohnorts, eine 28-Stunden-und-mehr-Woche und keine Spanischkenntnisse waeren sehr viel unertraeglicher. Aber irgendwie beruhigt mich das nur minimal.

Nun jedoch zu gestern. Gestern fing der Tag besser an. Ich ging in die Schule und versuchte vergeblich den 2 niedrigeren Klassen Adjektive (Primero) und ihre Steigerung (Tercer) beizubringen. Ich hatte zwar keinen Erfolg, habe mich aber trotzdem irgendwie gut dabei gefuehlt. In der Quinto dann habe ich nur Ausspracheuebungen gemacht und versucht sie etwas auf Englisch erzaehlen zu lassen. Hat auch nur maessig geklappt, aber dafuer waren sie hier lernwilliger.

~~~

Inzwischen ist das zuvor erwaehnte gestern ein vorgestern, weil ich anders als geplant, es nicht geschafft den Blog gestern abzuschicken.

~~~

Als ich also vorgestern aus der Schule heimkam, ging es gottseidank besser als den Tag zuvor. Die Herausforderung des Unterrichts hat mich wieder etwas hochgezogen. Aber noch immer plagte mich die Frage, was ich denn das Wochenende ueber tun wuerde und wo ich sein wuerde und ob ich die Gesellschaft meiner vertrautesten Reisebegleitung geniessen duerfe. Da ich kurze Zeit kein Internet hatte, sowieso kein Telefon und sie sich per Internet auch nicht gemeldet hatte, war ich sehr ueberfragt, wie ich sie denn nun erreichen koenne. Wie ich zuvor jedoch nicht wusste, ist es auch moeglich aus meinem Dorf (wie auch immer es technisch gesehen funktionieren mag) rauszutelefonieren. Dies geht in einem kleinen Laden mit Dingen, aehnlich den deutschen Telefonzellen. Es wird erst die Nummer angerufen und wenn die andere Seite reagiert, klingelt das Telefon in einem der Haeuschen. Ich also flugs versucht *zensiert*  (die Person moechte nicht genannt werden) zu erreichen. Ich scheiterte. Auch als ich ihren Direktor anrief. Eneut spuerte ich einen Anflug von Depressionen in mir aufwallen. Gluecklicherweise hatte Tere, die Englischlehrerin und oft genug mein gefuehlter Engel, die glorreiche Idee, es einfach erneut bei meiner „Kollegin“ zu versuchen und ich hatte Erfolg. Da es mit 5 Pesos pro Festnetz- und 6 Pesos pro Handy-Minute nicht uebermaessig guenstig ist, versuchten wir uns urz bzu fassen und sprachen nur ueber das Wesentliche. Wann? Wo? Lazaro Cardenas am Wochenende. Und da sind wir auch grade. Doch dazu spaeter noch, falls ich das noch in den diesen Eintrag mit reinklatsche.

Als wir dann (ich freudestrahlend, Tere belustigt ueber meinen Launenumschwung) zuhause angelangten, nahmen wir einen weiteren meiner Nah/Fernziele in Angriff. „Flan“ machen. Flan ist eine puddingkuchenaehnliche Karamellspeise, die mithilfe von Dampf ihre fluffige Konsistenz erreicht. Ich habe natuerlich fleissig das Rezept mitgeschrieben und ueberlege, ob ich euch daran vielleicht auch teilhaben lasse. Spaeter. Es ist auf jeden Fall gut gelungen und auch gut angenommen worden als ich es in Lazaro Cardenas ueberaschungsgeschenkhalber ueberreichte.

Die Fahrt mit meinem Mathelehrer nach Lazaro Cardenas war recht amuesant, wenn auch nicht immer ganz unanstrengend, da er ein sehr gesten- und lautstaerkereicher Mensch ist (wie ich es niemals von mir behaupten wuerde…….) und Schnulzen liebt. (Seinen Matheunterricht gestaltet er aber aus sich heraus dementsprechend spannend, da jedes x eine neue Bedeutung bekommt, wenn es mit einem „OJO!“, also „AUGE!“, in doppelter Zimmerlautstaerke, garniert und mit funkelnden Augen an die „veraengstigte“ Schuelerschaft transferiert wird ;) )

Als wir dann gegen 11 in Lazaro ankamen, wurde ich zuerst seiner Freundin und dann seinen Eltern und dann seiner Familie, samt 2 Schwestern und Neffe und Neffin und Co vorgestellt. Alle nett. Wie sonst? Dann schnappte er sich sein Moped aus der Garage und mich noch dazu und wir cruisten durch die Stadt. Genausowenig wie ich vor meinem Fuehrerschein nicht gedacht haette, je Gefallen am Autofahren zu finden, so erging es mir auch mit dem Moped fahren. Mich packte schon ein wenig der Geschwindigkeitsrausch, wobei Geschwindikeit hier auch relativ gesehen werden muss, da es keine echte Geschwindigkeit war, sondern nur das Zusammenspiel von mexikanischem Fahrstil mit Gegenwind, welches mir die 50 km/h Spitze erheblich mehr erscheinen liess.

Zwischenzeitlich lud er mich zu einer Kokosmilch vom Strassenrand mit Eis ein. Zwickmuehlenalarm! Lasse ich meine gute Erziehung sausen und sage ihm, dass es mir nicht schmeckt, da es mir vorkommt wie saure Milch mit Kokosflocken oder gehe ich das Risiko ein krank zu werden und nehme Uebelkeit in Kauf, mache in aber gluecklich in dem ich es austrinke? Ich waehlte die erste Variante, da ich hoffte mich auf seine Liberalitaet verlassen zu koennen. Meine Entschuldigung im Anschluss meines Verschmaehens schien er wohlwollend in Kauf zu nehmen und auch sonst schien er nicht uebermaessig beleidigt zu sein. (M)ein Glueck!

Auf dem kleinen roten Superflitzer machten wir uns also auf die Suche nach Hotels, da Hostels hier nach seiner Aussage nicht zu finden seien und die Hotels eh Hostel-Preise und Qualitaet haetten. Das erste, was wir fanden, war ganz in Ordnung, nichts grossartiges, aber mit AC, was hier ebenso wie im Dorf, das Sein erst richtig ertraeglich macht, 400 Pesos gekostet haette. Erst dachte ich: Egal, Hauptsache in Zentraumsnaehe und das billigere Zimmer fuer 300 hat ja immerhin einen Deckenventilator. Das dachte ich solange bis ich das zweite Hotel gesehen habe. Ein riesiges Zimmer, mit einem Doppelbett, in das 5 Leute (die sich moegen) reinpassen wuerden, mit Lampen in drei verschiedenen Farben, Fernseher, Klimaanlage und das ganze fuer schlappe 310 Pesos. Gebongt, oder? Aber der Hammer kommt erst noch… Mein netter Mathelehrer wiederholte die Frage der Hoteldame, ob wir nicht lieber ein Zimmer mit „whatever“ fuer 370 Pesos die Nacht haben wollen wuerden. Ich konnte weder ihn, noch sie, verstehen, noch konnte ich das Wort, was ich hoerte, mit einem Wort abgleichen, was dem meinigen Wortschatz innewohnte. Also bat ich einfach darum es mir zu zeigen. Das Wort war „Jacuzzi“, Whirlpool. Ist das zu glauben? Ein Zimmer mit integriertem Whirlpool und AC fuer weniger Geld als ein Zimmer mit AC in einem anderen Hotel. Da fiel die Wahl nicht schwer. Dort haben wir auch unseren wohlverdienten udn kuehlen Mittagsschlaf verbracht. 

Die Nacht zu heute haben wir jedoch bei ihm, Daniel, dem Matheprof uebernachtet, weil er meinte, dass wir doch eine Nacht bei ihm sein sollten, dann zahlen wir nicht so viel und die Beqemlichkeit die wir suchten (Deshalb auch Hotel) findet man auch bei einer Nacht. Wie wahr… Durchgefuettert und betuettelt von der Mutter, liess es sich bei ihm auch nicht allzu schlecht aushalten. Trotzdem freuen wir uns nun auf ein bisschen historischen (da lange her) Luxus und eine Nacht in angenehmer Temperatur, nicht wahr, J?

Nun sitzen wir in einem Internetcafe und taddeln wie wild auf den Tasten, um moeglichst viel Infos in kurzer Zeit an viele Menschen zu senden. Da hab ichs mit dem Blog natuerlich einfacher als J, die Hunderte Mails schreiben muss. Gleich suchen und finden wir hoffentlich auch ein Cafe oder einen Oxxo-Supermarkt, der auch guten Cafe verkauft, da wir beide das Beduerfnis nach heissen Koffein-Getraenken haben. Dann gehts noch an den Strand und heute gibts dann vielleicht Tequila, Party und tolle Musik, zusammen mit Maren und Mathelehrer Daniel in dieser „wunderschoenen“, ueberhaupt nicht warmen und eh vollkommen einladenen Stadt in der Tierra Caliente!

Auf bald, ihr Ban(anen-S)ausen!

Mein erstes langes Wochenende nach der ersten Woche in der fremden Fremde. Also nun wieder hier in vertrauten Fremde Morelia. Es war sehr schön hierher zurückzukehren, in die Stadt mit etlichen Flachdächern (Dazu später mehr), wunderbaren Plätzen und kleinen Gässchen. Doch nun zu Details.

Freitag mit meinem Direktor und zwei Lehrerinnen angekommen, setzte ich mich sofort in einen sogenannten Collectivo um in die Stadt zu gelangen. Collectivos sind kleine, nicht immer ganz moderne Busse, in denen man für 4,50 Pesos (umgerechnet ca 33 cent) unbegrenzt durch die Stadt zirkeln kann. Einsteigen kann man überall auf ihrer Strecke, ebenso wie aussteigen. Sehr billig, aber nicht immer ganz bequem. Und möglicherweise ist ihre Existenz auch durch den geplanten Bau einer Metro durch die Stadt erheblich gefährdet. (Auch dazu später mehr). Doch zurück zu meiner Fahrt. Ich fuhr also in die Stadt und traf mich mit einer anderen Freiwilligen mit der ich mich recht gut verstehe. Sie war jedoch zu dem Zeitpunkt gerade im Kino, weshalb ich mich kurzerhand dazu herabließ mitten in einen spanischen (mexikanischen ?!) Film einzusteigen, der sicher, wenn man ihn völlig verstanden hätte, wunderbare Dialoge bereit gehalten hätte. So jedoch war ich nicht bereit, mich darauf einzulassen.

Wie mache ich denn jetzt weiter…? Wir verbrachten einen schönen Tag mit Sonne, kaltem Kaffee und ein wenig Klavierspiel im hiesigen Konservatorium, das mit einem schönem Brunnen und etlichen Klavieren zu gelegentlichem Träumen einlädt. Abends setzen wir uns auf den Hauptplatz der Stadt. (Un)Glücklicherweise trieb dort gerade ein Clown sein Unwesen. Wir, als eindeutige Nicht-Mexikaner, prädestiniert zum Publikumslacher, waren natürlich nicht sicher vor seinem weißen Grinsen und den roten Latschen. Nach kurzem Begrüßungsruf kam die Frage „Where are you from?!“. Darauf bedacht nicht als Gringos da zu stehen, antwortet ich auf Spanisch. Mit seiner Reaktion hatte ich nicht gerechnet. „PAYSANOS“. Dank der Narrenfreiheit konnte ich den Vergleich mit der gesellschaftlich eher unangesehenen (völlig zu Unrecht) Arbeitsgruppe der Landwirte billigen. Bauern. Als er mich dann zu sich herbeibat, ward mir doch etwas mulmig. Mich vor Augen von etlichen Einheimischen bloßstellen zu lassen, lag nicht in der Tagesplanung. Nachdem ich vergeblich versuchte, einen Figurenselbstbastelballon aufzublasen (er übernahm das dann), sollte ich unter seiner Anleitung selbst etwas bauen. Ich scheiterte nahezu kläglich. Es wurde dann ein Herz für meine Begleitung. Sehr niedlich improvisiert. Es hat mich beeindruckt wie er mir gegenüber sein Gesicht gezeigt hat und mir die einzelnen Schritte seiner Show zugemurmelt hat und auf der anderen Seite mit meiner Hilfe als „Lust“(ig)Objekt das Publikum bespaßte. Eine interessante Erfahrung…

Da die Englischlehrerin meines Dorfes, Tere, von dem Zustand des Freiwilligenhauses weiß, das mit Kakerlaken und nicht gerade zentral gelegen, nicht die großartigste (aber billigste) Absteige ist, lud sie uns dazu ein über das Wochenende mit bei ihrer Schwester zu bleiben. Als wir uns am Freitagnachmittag trennten, gab sie mir 2 Telefonnummern. Eine Festnetznummer und eine Handynummer. Von jeweils einer Schwester. Aufgrund meines gebrochenen Spanischs habe ich zu dem Zeitpunkt aber nicht geblickt, dass sie tagsüber bei der einen Schwester ist, deren Festnetz ich hatte und über Nacht bei der anderen, deren Handynummer ich hatte, sein würde. Hin- und hergerissen, ob wir noch zu einer Hausfeier gehen sollten, wollten wir telefonisch erfragen bis wann wir denn im Schlafgemachhäusle auftauchen könne, ohne Aufsehen zu erregen. ich rief also bei der einen Schwester an, deren Festnetz ich hatte. Sie sagte mir, dass Tere gar nicht da sei. Wie auch, wenn sie nur tagsüber da war. Wir riefen also bei der anderen an und wurden auch dort nicht richtig verstanden. Wir entschloßen uns also lieber sofort zum Haus zu fahren, um etwaige Schwierigkeiten zu umgehen. Alles in allem war es viel komplizierte Telefoniererei mit einigen Missverständnissen und gutem Ausgang. Angekommen in dem schönen Apartement legten wir uns auch völlig geschafft von der Taxifahrt (dessen Fahrer den Weg auch nur bedingt wusste) sogleich in unser schön gemachtes Bettchen und schlummerten selig bis zum Morgengrauen und darüber hinaus.

Der nächste Tag begann mit einem erdbeerig anmutenden, dickflüssigen, aber sehr schmackhaften Getränk aus einer mexikanischen Frucht, genannt Guayaba. Geschmacklich war es zwischen Erdbeere und Apfel. Der Tag nahm seinen Lauf. Wir fuhren mit einem Collectivo in die Stadt zu einem riesigen Nahrungsmittelmarkt. Der Markt bestach durch geordnetes Chaos und atemberaubende Auswahl. Früchte, jeglicher Art und Farbe wurden neben Haushaltsgegenständen und Christusstatuen angepriesen. Cds neben Tacos und Kleidung neben Fleisch. A propos Fleisch. Der erste zuckende Tierkörper meines Leben war nicht unbedingt eine beneidenswerte Erfahrung. Hühner, die frisch gerupft zum Verkauf feilgeboten wurden und deren Krallen neben dem Stand gestapelt lagen, gehört nicht zu den schönsten Bildern meines bisherigen Aufenthalts. In der Tat jedoch sind es die vielen Früchte und geschäftigen Menschen, staunende Kinder neben routinierten Alten und schmackhafte, süße Brötchen neben angenehm scharfen Quesadillas con Pollo.

Vom Markt traten wir den Fußweg ins Stadtzentrum an und trafen eine weitere Freiwillige, Julia. Da wir alle erneut Hunger verspürten, gingen wir in erst einmal in ein Café-Restaurant, nahe der „Catedral Morelia“, ins Café Catedral. Ich bestellte mir „Cereal con frutas y leche“, also Cornflakes mit Milch und Früchten und die Mädels „tacos dorados con pollo“, also Hähnchentacos. Was ich indes bekam, war eine Schüssel halbvoll mit Bananen, dazu ein Glas Milch und abgepackt ein Bisschen Kellogs Flakes. Ich war völlig enttäuscht und auch ein bisschen erzürnt, dass in der Karte von Früchten, also Plural, die Rede ist und ich dann eine Schüssel voll stinknormaler Bananen bekomme. Ich also freimütig selbstbewusst flugs zum Kellner gestratzt und versucht mich zu beschweren. Alles, was ich (falls ich es verstanden habe) gesagt bekommen habe, ist, dass es halt so eine Regelung von oben ist und das ich, wenn ich möge, anstattdessen eine Schüssel mit Papaya bekommen könne. Das war mit dann irgendwie aber zu doof. Auf der Theke neben unserer Diskussion sah ich ein Getränk mit mindestens 5 verschiedenen Früchten aufgefüllt werden, was meine Unzufriedenheit noch steigerte. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Im Verlauf des Schmausens der gefüllten Teigröllchen entdeckte Julia einige Haare in ihrem Essen. So wirklich apetitlich fanden wir das alle nicht und ich empfand nachgerade als Unverschämtheit. Mag an meiner deutschen Spießigkeit liegen. Wie dem auch sei… Auch hier suchte ich mein Glück in einem „Indemnizacion„sgesuch. Doch anstatt entschuldigend vor mir zu buckeln, nahm der Kellner den Gerichtsteil der der Verseuchung nahe kam und entschwand unseren Blicken. Er ward nicht mehr gesehen. Als ich dann bei der Rechnungsbegleichung nochmals Beanstandung verlangte, wurde von der Kellnerin nur versucht uns zu verklickern, dass das nie geschehen würde. Es seien unsere eigenen Haare oder von dem Wind herbeigewehte. Klingt sehr sinnig, angesichts der Tatsache, dass sie in den Taco eingebacken waren. Es trügen alle in der Küche Haarnetze und Mundschütze, wovon wir uns gerne überzeugen können. Auch unser Einwand, dass auch Haarnetze und sonstige Hygienebedingungen nichts an dem Fakt, dass wir Haare gefunden haben, ändern, konnte uns nicht weiterhelfen. Auch die Sprachbarriere beschränkte meine Streitlust und Motivation. Leider. Der Höhepunkt war, dass sie uns das Rückgeld in 1-Peso-Münzen zurückgegeben haben. ich spüre noch immer die Schmach, Wut und Erniedrigung. Daraus resultierend stapelten wir Serviettenhalter, Aschenbecher, leere Zigarettenschachtel und Rückgeldschälchen zu einem netten Türmchen und machten uns revolutionär beflügelt aus dem Staub.

Zunächst beschauten wir eine Gruppe von Schaustellern, die als alte Menschen verkleidet und maskiert zu traditioneller Musik tanzten und mit ihren Holzpantinen in irrem Tempo klapperten. Zuvor wurde uns von diesem Tanz erzählt und das er aussagen soll, dass Alter keinerlei Auswirkungen auf Lebensqualität haben muss. Ein sehr schöner Gedanke und eine beeindruckende Methode das auszusagen.

Die nächste Station unseres Tages war der Pavaillon in der Mitte des Hauptplatzparks, auf dem traditionelle, aber ein wenig lachhafte Tänze aufgeführt wurden. Plötzlich spürte ich mich etwas an der SChulter berühren. Zu meinem Leidwesen musste ich erkenne, dass es die Berührung der Ausscheidung eines Vogels war. Julia lachte ausgelassen und ich bemerkte trocken, dass es viel schlimmer wohl kaum kommen könne nach Haaren im Essen und Guano auf dem Kopf. Julia (Julia-im-fernen-Mexiko) korrigierte mich grinsend, dass es ja nicht mal auf meinem Kopf, sondern nur auf meiner Schulter gelandet sei. Als hätte es der Übeltäter meines Geschäfts vernommen, landete eben in diesem Moment ein Fleck der mich strafenden Substanz auf ihrem Schopf. Shit happens oder sollte ich sagen „Shit falls“. Damit auch Janina nicht völlig unbelangt aus diesem Tag herausging, so scheint es mir, setzte sie sich auf eine Bank, deren Lehne von einem Kaugummi zur Rast verwendet wurde, dass sich dann an Janinas Rücken schmiegte. Wie zur Zierde.Verständlicherweise waren wir dann relativ abgefertigt, was ungeahnte Geschehnisse angeht. Es sollte nicht alles gewesen sein.

Nun kommen wir zurück zu den Collectivos. Dem Plan verfallen mit meiner Festplatte noch einen Film bei Teres Schwester zu genießen traten wir den „Heim“weg an und stiegen in den Collectivo 2a Morada. Alles richtig… Wie ich jedoch anfangs erwähnte, kreisen sie in großen Bögen durch die Stadt. Wir wollten nach Osten, stiegen im Zentrum ein und fuhren nach Westen. Wären wir in die richtige Richtung eingestiegen, hätten wir vielleicht 20 Minuten benötigt. So jedoch waren wir 1,5 Stunden unterwegs und lernten Orte kennen, die im Hellen gruseliger sind, als Tannen bei Nacht. (Guter Vergleich? Zweifelhaft…) Doch wir wussten uns zu helfen und ließen uns etliche Dinge zum eigenen Amusement einfallen. Sehr wirksam ist es sich selbst zum Ziel zu setzen, die Mitfahrenden mit eigenen Taten zum Lachen zu bringen. Dabei muss man oftmals Hemmungslinien verschieben, aber auch man selbst kriegt einiges zu lachen. Passanten aus dem fahrenden Bus anzubellen oder anzumiauen kann sehr unterhaltsam sein. Ebenso wie das Jonglieren zu dritt mit drei Bällen. Oder auch Mundgymnastik zur Linderung des Kieferlachschmerzes. Kurzweilig…

Zuhaus angekommen, schauten wir den Film und setzten die halb schlafverlorene Julia in ein Taxi gen casa de voluntarios. Schlafen…

Der nächste Tag. Sonntag. Da Tere und ihre Schwester zu ihrer Mutter nach Nueva Italia fuhren, wurde uns die wunderbare Schlafstätte entwendet. Alternativlos fuhren wir zum Freiwilligenhaus, um dort unser Gepäckloszuwerden, nachdem wir bei unserem Stammbäcker Brötchen, Donuts und Käsestangen genoßen. Der Tag hatte kein weiteres erzählenswertes Ereignis, weshalb ich sogleich zum Montag überwechsele.

Montag, der 15. September 2008. Der Tag des Fests der mexikanischen Unabhängigkeit von der mexikanischen Kolonisation. Es gehört zum alljährlichen Brauch, dass die Stäfte geschmückt werden. Geschmückt werden mit Lichterketten, die das Profil des Nationalhelden, nachdem auch die Stadt Morelia benannt ist, Morelos, abbilden. Geschmückt werden mit Flaggen, so groß wie Focksegel. Geschmückt werden mit traditinell verkleideten Menschen und Märkten, riesig. Nachdem wir also all diese Pracht bewundert haben, gingen wir abends auf den völlig überfüllten Platz der Kathedrale, um der Rede des hiesigen Gouverneurs zu lauschen. Da unser erster Standort nicht ausreichend war, um wenigstens einiges mitzubekommten, wanderten wir von „hinter der Bühne“ zu „neben der Bühne“. Verständlicherweise verstanden wir so gut wie nichts von der Rede. Vorher jedoch wurden wir schon darauf vorbereitet am Ende unsere Kehlen strapazieren zu dürfen. Und so kam es dann auch. Einer Reihe von Lobpreisungen folgend skandierten Tausende von Menschen auf dem riesigen Platz. Viva Morelos! VIVA MORELOS! Viva Hildalgo! VIVA HIDALGO! Viva Morelianos! VIVA MORELIANOS! Viva Mexiko! VIVA MEXICO! ….BUMM!!! Eine ohrenbetäubende Explosion erschütterte unsere Trommelfelle. Man hörte Schreie und spürte ein Drängen aus Richtung hinter der Bühne. Einer Panik gleich strömten die Menschen von dem Platz. Und wir mittendrin. Zuerst dachte ich, dass es zu den Festlichkeiten gehöre, aber dafür waren die Menschen dann doch zu aufgeregt. Auch wir waren etwas geschockt und versuchten uns aus den Menschenmassen zu zwängen. Auf dem Weg heraus, bekamen wir einige Wortfetzen mit, die von einem Anschlag und mehreren Verletzten sprachen. Eine Frau mit einem weinenden Kind auf dem Arm und ein Mann, der seine offensichtlich stark geschockte, aufgelöste weibliche Begleitung aus der Menge schob, sind Bilder, die so schnell meinen Kopf nicht verlassen werden. Später fiel uns auf, dass es auch einer der Unsrigen nicht wirklich gut ging. Sie hatte das Gefühl als hätte ihr jemand in den Magen geschlagen und auch ihre Ohren und ihr Gleichgewichtssinn entsprachen nicht dem gewöhnlichen Status eines gesunden Menschen. Für das fulminante Feuerwerk hatten wir natürlich keine Augen, auch weil jede Explosion einer Rakete des eben uns schockenden Knall und dem, was inzwischen als Bombe bezeichnet wurde, glich und uns jedes Mal erneut zusammenzucken ließ. Wir gingen also alle etwas unsicher auf den Beinen und nicht ganz greifend könnend, was geschehen war, zurück zum großen Auto, dass den Großteil von uns ins Freiwilligenhaus zurückbringen würde. Da Janina und ich uns aber im bekannten Hostel eingenistet hatten, um noch ein wenig Luxus zu genießen, begleiteten wir den Rest nur um etwas zu tun zu haben und Begleitung zu spenden. Ich insbesondere, da das Mädel, dem der Schock nicht gut bekam, darum bat, gestützt zu werden und ich soweit ich das richtig verstanden habe, ihr bevorzugter Stützter war. Am Auto angekommen, fuhren sie gesammelt los und wir beide blieben zurück. Auf dem Rückweg war es ein denkbar unangenehmes sowie ungewöhnliches Gefühl, trotzdem feiernde Menschen zu sehen und eine eigenartige Leere und ein Unwohlsein in sich selbst zu spüren. Ich weiß nicht, wie ich das gefühl beschreiben soll, aber es war eindeutig kein gutes Gefühl. Zu dem Zeitpunkt dachten wir immer noch, es sei ein Unfall gewesen und überlegten, wieviel davon wohl in den eher propagandistischen, staatlichen Medien zu finden sei, wieviel nach Deutschland dränge und was für eine große Flächenwirkung ein solches Geschehnis in der amerikanischen Medienwelt voll Verteufelungsgeilheit hervorrufen würde. Im Hostel angekommen, fielen wir nur angespannt ins Bett.

Um den Rahmen dieses Eintrags nicht zu sprengen, werde ich nur noch von einem der höchsten Höhepunkte dieses Wochenendes zu berichten. Stichwort des Anfangs: Flachdach. Aufgrund der Flachdächer Morelias kann man enorme Spaziergänge in der Höhe unternehmen. Janina und ich entwickelten eine diebische Freude daran von Dach zu Dach zu gehen, klettern, springen. Als wir dann einen aufgebrachten älteren Herren trafen, der uns anblökte, was wir dann in der Höhe zu suchen hätten, zeigten wir unschuldig auf unsere Kameras und murmelten „Photografias“. Hinterher war es natürlich ein beliebter Lacher zwischen uns, aber währenddessen war uns doch etwas mulmig. Ebenso wie uns ein kleiner Kläffer plötzlich anrief, als wir über einen Garten hinwegkletterten. Ein tolles Erlebnis, das ich unwahrscheinlicherweise nicht wiederholen werde…

Das sind Fotos aus meinem neuen Wohnort zusammen mit der Englischlehrerin bei einer Mutter von drei Kindern, 2 anwesend und zusammen mit 2 Hunden und der Chemielehrerin. Also full Wohnhaus quasi…

Mutter, 2 Kinder, Hunde, Chemielehrerin, Englischlehrerin, Jonas -> 7 Wesen

Außerdem sind es willkürlich geschossene Fotos aus dem Dorf und verschiedene Fotos aus meinem alten Wohnhaus.

Ich liege momentan in meinem Bett und lasse mich von meinem Ventilator mit Luft beschallen. Es ist 5:31 in Deutschland. Es sind 7 Stunden Zeitunterschied. Überlegen in welche Richtung und es berechnen, überlasse ich euch. Ihr fragt euch sicherlich, warum denn die Zeit des Veröffentlichens und des Schreibens sich nicht überschneiden. Das liegt daran, dass ich auf das Internet nur Zugriff in der Schule habe. Dementsprechend schreibe ich gerade theoretisch vor. Ausgefuchst, nicht wahr? Naja… Ursprünglich habe ich diesen Blog auch schon am Nachmittag schreiben wollen, aber da ich dort zum ersten Mal ausprobiert habe, ob man meinen Laptop problemlos ans Internet koppeln kann und Erfolg hatte, verflog die Zeit bei einem Gespräch per Skype mit Sascha, einem Kumpel. So blieb keine Zeit für den Bericht von Dingen, die mir bisher noch wiederfahren sind.

Davon, dass ich umgezogen bin und nun bei der Englischlehrerin mitwohne, habe ich euch erzählt, nicht wahr? Und auch, dass die Sanitäreinrichtungen dort nahezu fortschrittlich genannt werden können. Ich musste zwar erkennen, dass es zu den Irrtümern des Lebens gehört, dass die Temperatur des Wasser mit dem Duschkopf zusammenhängt und auch aus einer Dusche mit fließendem Wasser einem nur kaltes entgegenströmt, aber auch das kann einem schon wie Luxus erscheinen. Zumal auch die Toilette sauber ist. Ich habe schon ernsthaft darüber nachgedacht meiner jetzigen Familie, also der Dame bei der wir LehrerInnen wohnen, samt ihrer 2 Kinder als nachträgliches Gastgeschenk eine Klobrille zu erwerben.

Der bessere Zustand der Klobrille täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass mein Magen noch immer gegen die Neuformierung des Bazillenbataillons rebelliert gegen das er sich 19 Jahre erfolgreich zur Wehr hat setzen können. Worauf ich hinaus will, könnt ihr unter der „Seite“ „Wörter der Woche“ finden.

Daran hat auch der Verzehr eines köstlichen Gerichts mit Zwiebeln, einer roten Soße und Fleischs nichts geändert. Die Fragen nach „Te gusto el venado?“ haben mich auch nicht verunsichert, da mir egal war, was es ist. Hauptsache es ist Fleisch und es schmeckt. An dieser Stelle würfe ich einen entschuldigenden, aber nicht schuldbewussten Blick in Richtung Vegetarier. Als ich hinterher aber herausfand (mit Unterstützung meines Wörterbuchs) , dass „venadero“ Hirsch ist, war ich schon etwas überrascht. Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, wie ein Hirsch aussieht, der zwischen Kakteenbäumen und 40 Grad lebt, wenn er doch normalerweise zwischen schattenspendenden Nadelbäumen und sonnenumspielten (nicht sonnenverdorrten) Lichtungen fleucht. Möglicherweise ist es eine Abart. (Und wehe irgendjemand reißt einen Spruch von wegen dass Kakteen doch Nadeln besäßen und somit eigentlich auch Nadelbäume seien…) Umso mehr sehe ich mit Grauen (Töten) und Freude (Faszination Kultur und Fauna) dem Tag entgegen, an dem sie mich mit zur Jagd schleppen werden. Falls ich das richtig verstanden habe, stehen sie das nämlich ernsthaft zur Debatte.

Mithilfe des Worts Debatte kann ich eine weitere Überleitung zur einem Geschehnis des gestrigen Tages bauen. Einer Debatte gleich kam nämlich der Elternabend aller Schuelers Eltern. Thema waren die Verkostung eines gewissen Freiwilligen und dieselbige von einer Handvoll Arbeitern, die momentan an der Fertigstellung einer neuen Aula und Direktion arbeiten. Direktion nennt sich zur Zeit nämlich das Grauhausen-Grausenhaus, in dem ich – völlig ausreichend, nebenbei bemerkt – 1 ½ gewohnt habe. Nun… Auf diesem Elternabend konnte ich erstmals hautnah das Temperament einer Reihe von Vollblutmexikanerinnen erleben. Es wurde gekeift und gezetert als sei man sich ernsthaft böse, aber im Grunde genommen zogen alle am selben Strang. Man hat sich nun auf 190 Pesos pro Vater für beide Fälle geeinigt und konnte sich zufrieden trennen. Und doch hatte ich stetig die Angst einer der im Raum sitzenden Kindeseltern würde sich plötzlich erheben und mich böse anfunkelnd auf mich zugestapft kommen mit der Intention mich zu verschrecken und mir das Gefühl zu geben, ich sei unerwünscht. Doch nichts dergleichen, offensichtlich feindseliges, geschah. Wie die Atmosphäre und das eigene Kommunikationunwissen einen täuschen kann.

Heute habe ich 2mal im Schach gewonnen und das ist ein guter Anfang. Ich habe ein Gedicht begonnen, welchem man eventuell auch den Titel guter Anfang verleihen könnte. Aber da ich nie weiß, ob ich meine Texte wirklich irgendwann weiterschreibe, sollte ich vielleicht nicht immer erwähnen, dass er noch nicht fertig ist.

Genauso wenig wie ich hier schreiben sollte, dass ich morgen eine vollkommen unvorbereitete Stunde aus der Hand schütteln werde (muss). Aber da die Konzentration auf der Aussprache liegt, müsste das zu schaffen sein.

Ich freue mich sehr auf mein Wochenende, da ich das größte Fest Mexikos mit tollen Leuten in der Hauptstadt meines Staates begießen werde. Und da ich mittwochs keine Stunden und somit frei habe, werde ich zu den 2 freien Feiertagen diesen Tag addieren und kann mich 5 Tage in Morelia vergnügen. Ich finde bestimmt eine Fatima, die sich dazu bereit erklärt.

Ja,Ne? na?

Interesse? ;)

Auf reges Interesse sind übrigens auch die Fotos von Verwandten und Freunden gestoßen, die, nun auch empirisch bewiesen, immer ein gewisses Interesse bei Menschen wecken.

Ansonsten fällt mir gerade weder etwas ein, noch fallen mir – wenn wir schon beim Thema sind – die Augen nicht zu. Ich hoffe ihr gönnt mir die heiße Nacht. Ich stehe auf um Acht.

Que te vayas bien!

Wie man sehen kann, bin das erste ich. Es ist kurz nach der Ankunft und ich trage das Tuch dass die Hostelbesitzern allen Deutschen bei unserer Abfahrt geschenkt hat.

Das zweite Foto ist das Motto der Schule.

Das dritte Foto ist eine kleine Hommage an/fuer den grossartigen Film „American beauty“ und die darin transportierte Aesthetik des Todes.

(mehr folgen, wenn ich meine Kamera entleert und die Fotos auf den Stick getan habe…)

Moeglicherweise habt ihr euch gewundert, warum ich gestern ungewohnt faktenbezogen geschrieben habe. Ich glaube, falls ich mich nicht auf eine derartige Komprimierung von Gefuehlen beschraenkt haette, haette mich die Verzweiflung uebermannt. Ich habe mit in keinster Weise, auch nur in Ansaetzen vorstellen koenen, ein ganzes Jahr in diesem Dorf zu ueberleben. Die Sanitaersituation, die Wohnanlagen und das Essen haben mich dermassen abgeschreckt, dass ich mir verwoehnt und unflexibel vorkam. Nun, das hat sich nicht geaendert. Ich glaube noch immer, dass ich mich etwas ueberschaetzt habe, aber nun habe ich einige andere Dinge gelueftet.

Gestern noch war ich der Meinung, dass der Masstab an Luxus oder Wohlhaben an der wichtigsten Person einer Ballung von Menschenwesen gemessen wird. Da mir in der Zeit bevor ich meinen Freiwilligendienst angefangen habe, oftmals eingeblaeut wurde, dass ich als Lehrer einer der wichtigsten Personen im Dorf sein wurde, bin ich davon ausgegangen, dass der „Chef“ der Lehrer, also der Direx, einen sehr hohen Status geniesst. Als ich dann gesehen habe, unter welchem Umstaenden er lebt, war ich aus eben genannten Gruenden, ueberzeugt, dass der Rest des Dorfes unter aehnlichen Gegebenheiten wie er, haust und war stark in meiner Motivation angekratzt.

Inzwischen habe ich jedoch gesehen, wie die Englischlehrerin lebt und habe von ihr das Angebot bekommen bei ihr einzuziehen. Da sie eine Dusche mit fliessendem Wasser hat (unwahrscheinlich, dass es warm ist ;) ) und eine Toilette mit Spuelung, glaube ich, dass ich das Angebot auch dankend annehmen werde. Die erste Erfahrung heute morgen mit der Dusche aus der Tonne hat mir vollkommen ausgereicht. Es ist naemlich sehr eigenartig nackig in einem Backsteinhaeuschen zu stehen und sich mit einer Plastikschuessel kaltes Wasser ueber den Koerper zu traeufeln. Auch wenn es bei 38º Celsius im Durschschnitt nicht lange ueberlebt, das Wasser.

Normalerweise kennt man es ja, dass in warmen Laendern tagsueber bullige Hitze herrscht und es nachts sehr abkuehlt. Auch davon kann hier nicht die Rede sein. Mir wurde gleich ein Verntilator zur Verfuegung gestellt, damit ich nachts schlafen kann. Heute nacht wusste ich demnach nicht, ob mir kalt (Ventilator) oder warm (Raumtemperatur) oder heiss (Schlafsack) sein sollte.

Die Haeuser in Las Cañas stehen sehr weit auseinander, aber es ist alles zu Fuss zu erreichen. Der Direktor wohnt am Rande des Dorfes, zusammen mit einem anderen Lehrer und – noch - mit mir. Eine Kueche hat das Haus nicht, gegessen wird auswaerts. Irgendjemanden findet man schon. Soviel zum Thema „Fuer Essen und Unterkunft wird gesorgt“ -> weltwaerts… Ebenso verhaelt es sich mit dem Thema Gastfamilie. Eigentlich war es so vorgesehen, dass man pro halbem Jahr in 2-3 Gastfamilien leben wird. Mein Direx meinte jedoch auf dem Weg ins Dorf. „Naja… Wir schauen dann mal… Wir koennen dich ja alle 2 Wochen in eine andere Familie stecken“… Wahrscheinlich wird das aber auch wieder verworfen und ich bleibe wo ich bin, also zusammen mit der Lehrerin als Untermiete bei einer anderen Buergerin. Waere nicht das Schlechteste, weil jene Frau hat sogar Geschmack. Die Waende sind orange gestrichen und es gibt schoene Bilder. Man kann sich fast wohlfuehlen, vor allem im Gegensatz zum tristen „Dirección“s-Haus. Aber wie gesagt: Macht nicht denselben Fehler und messt den Woh(n/l)-Stand an der angesehensten Person des Orts. Vielleicht macht sie sich nichts aus angenehmen Verhaeltnissen.

¿Qué hay más? Die Menschen hier lieben Volleyball und Schach, machen wenig Musik, aber gehen gerne zur Jagd. Die Schule hat 112 Schueler, davon 50 junge Maenner und 62 ebenso unalte Frauen.  An der Schule gibt es 5 Lehrer, eine Assistentin des Direktors und den Direktor. Es gibt drei Raeume und eine Stelle, die weniger anspruchsvolle Menschen Kantine nennen wuerden.

Das Kollegium ist sehr nett und auch die Schueler behandeln mich alle interessiert, respektvoll, freundlich oder zumindest neugierig grenztestend. Ich spreche bei weitem besser als die Englischlehrerin und die Schueler sind begierig darauf Aussprache zu lernen. Die Lehrerin scheint ein Grammatik-Ass zu sein, aber selbst grosse Probleme mit Betonung und richtiger Aussprache zu haben. Deshalb werde ich jetzt wahrscheinlich einmal pro Woche eine Extrastunde fuer die Aussprache machen.

Demnaechst werde ich wahrscheinlich noch weitere Fotos auf Kosten eines Blogeintrags hochladen. Vorausgesetzt ihr schreibt mir nicht, dass ihr lieber weitere schriftliche Details haben wollt. Fuer eines von beidem werde ich den Nerv haben. Beides benoetigt jedoch zuviel Zeit und Kraft…

Also…:

Schreibt mir, meine lesenden Schaefchen…

*hust*hust*

Hier einige Fakten ueber mein „wunderschoenes“ Doerfchen:

- Ca. 1000 Einwohner leben in Las Cañas

- Es gibt Internet nur in der Schule

- Es herrscht die meiste Zeit eine bestialische Hitze

- Es gibt keine Telefonanbindung

- Um in die Staatshauptstadt Morelia zu gelangen braucht man 2 1/2 Stunden mit dem Auto und 4 Stunden mit dem Autobus

- Es liegt 600 Meter ueber dem Meeresspiegel

- Ein Liter Cola kostet 80 Cent, also 10 Pesos

- Die Haueser sind groesstenteils klein, grau und baufaellig

- Sanitaeranlagen sind kaum, um nicht zu sagen gar nicht, vorhanden

- Englisch beherrschen 3 Leute im Dorf bruchstueckhaft… Mich eingeschlossen…

- Die Menschen sind alle nett und freundlich

- Die Landschaft ums Dorf herum ist atemberaubend

- Die Wohlsituation ist grausig

 

So kurz, so knapp, so informativ… Wahrscheinlich morgen mehr…

*seufz*

 

 

Mein Fremdenfuehrer, namens „Director Jaime“…

 

Waschsalon

Waschsalon

Der wohnhauseigene Waschsalon. Hier darf ich bei Bedarf meine Klamotten waschen.

 

Bad

Bad

Das ist mein Bad, das 10 Meter vom Haus entfernt im Garten steht. In der Tonne ist mein Duschwasser und die Spuel“vorrichtung“… Ach ja… Das Wasser fuer die Klamotten benutzt man dann auch zum Haendewaschen……

 

Meine Luxusvilla

Meine Luxusvilla

 

Zimmer 3   Zimmer2 

Das ist mein kleines, niedliches , wunderbar haessliches und nicht mal aufgeraeumtes Zimmerchen aus drei Blickwinkeln.

Offentsichtlich und wie zu erwarten war, habe ich es nicht geschafft ihn zu vervollständigen, den letzten Blogeintrag. Nun stehe ich erneut vor der Wahl chronologisch und mit demselben Detailreichtum wie gewohnt, zu berichten oder zu verknappen und eventuell die Chance zu haben, mich einzuholen.

Ich glaube, ich muss leider die Verknappungsvariante wählen, um mein Gewissen ein wenig beruhigen zu können. Selbiges ist nämlich stark strapaziert, da ich mir selten (Achtung: Übergriff zu anderem Eintrag) die Zeit NEHME, einen Blog zu verfassen. Außerdem muss ich ständig die Schmach ertragen, anderer Leute Blogs, die nahezu täglich niederschreiben, zu lesen und mich von Ihnen verunsichern zu lassen… (Tures Blog)

Doch nun zurück zu meinem ursprünglichen Plan.

Nachdem wir in Mexico City angekommen waren, konnte ich eine Stadt entdecken, die mich ihres Charmes wegen, sehr an die größte Stadt des europäischen Raums erinnerte: Istanbul. Einmal abgesehen von dem Teint, der dort lebenden Bürger; bezüglich Verkehrssituation, hoher Bordsteine, etlicher Schuhputzer, heruntergekommener Fassaden und architektonischer Geheimtipps, sind viele Parallelen zu erkennen. Ich habe mich demnach schnell einfinden können, auch wenn dies nicht zugunsten von Orientierung oder Realisierung geschah, sondern nur im Sinne eines atmosphärischen Wohlbefindens. Den nächsten Tag verbrachten wir vier Stunden im Bus auf dem Wege nach Morelia, der Hauptstadt des Staates Michoacan, in welchem wir Freiwilligen unser kommendes Jahr zu verbringen, gedenken. Verglichen mit Mexico City ist Morelia zweifelsohne recht übersichtlich, könnte daran liegen dass Mex D.F. (Districto federal) die (falls meine Infos korrekt sind) drittgrößte Stadt von Welt, nach Tokyo und Hong Kong, ist. Unser dortiges Hostel war wieder ein Volltreffer. Eine familiäre Atmosphäre, leckere Säfte, wunderbares, recht abwechslungsreiches Essen und niedliche Zimmer mit Ausstellungsstücken, die zum Verkauf stehen, runden das Bild eines optimalen Unterbringungsortes ab: San Franciskuni Hostel. Ganz zu schweigen von der Dachterasse, die einen atemberaubenden Blick über die Flachdächer Morelias bietet und die naheliegende Kathedrale in einem tollen Licht zur Verfügung stellt.

Wie verlief die Woche sonst? Wir erkundeten natürlich die Kneipen- und Discolandschaft Morelias. Auch in Mexico gibt es teure Edelkneipen, runtergekommene Speziallokale (in diesem Fall eine Salsa-Bar, in der ich die Blendungsfähigkeit von mexikanische Tänzern bewundern durfte, die auch als Nichttänzer aufgrund von Hüftschwung den deutschen Laien vor Neid erblaßen lassen) und riesige Hallen mit Populärmusik, Rosenverkäufern und hitzig-kommerzieller Stimmung (für Göttinger -> Matrix meets Savoy meets Lokhalle).

Morelia. Diese Stadt wiederum hat einen andere Charme, wie ich bereits erwähnte. Niedliche orange-bräunliche Häuser, nicht immer in bestem Zustand wechseln sich ab mit riesigen Plätzen und grünen Inseln. Ich liebe mexikanisches Eis und mexikanische Offenheit und hasse mexikanisches Wasser und mexikanische Schreibwarenläden. Das Wasser schmeckt nach Kunst (und ich weiß, dass es Künstlichkeit heißen müsste) und die Schreibwarenläden sind unstöberbar, da es eine Theke gibt, über die du die Produkte gereicht bekommst, die du anhand ihrer Aufhängung über der Theke begutachtest. Vollkommen unheimelig… (heimlich bedeutet schließlich leider was anderes).

Außerdem waren wir bereits in einigen umliegenden Dörfern, in denen wir das Dorfleben erschnuppern durften. Etwas trist von Außen, aber sehr angenehm chaotisch von innen heraus. Wir waren in einem Dorf, das sich auf die Herstellung von Masken und anderen Holzraritäten spezialisiert hat und haben furchterregende, beeindruckende und fein gearbeitete Wesensspalter, Gesichtsdecker, Masken gesehen. Auch hier wurden wir freundlich und lächelnd begrüßt und durften Küche, samt Tongeschirr und Herd Marke Eigenbau in Augenschein nehmen.

Nun… Was ist mir ohne meine täglichen sprichwörtlich stichwörtlichen Aufzeichnungen noch in Erinnerung geblieben?

Ein Regentanz in Jacke, kurzer Hose und barfuß über die Dachterasse. Anders als vermutet tanzten wir nicht um den Regen zu beschwören, sondern um ihn zu ehren. Pfützen sprengen, Haare tränken, Tropfen schmecken, Lippen lecken.

Eine Aussichtsplattform in 2,5 Höhenkilometern. Ich habe mich winzig gefühlt wie selten zuvor. Ein See erstreckte sich vor meinen Augen, Berge im Hintergrund, Spielsteinsiedlungen (Verzeiht die ausgelutsche Metapher), Sonne auf der Haut, Wind in den Haaren und eine Schlucht. Da ich ein Freund der Worte bin, müsste man vermuten, ich würde mich mit der Schilderung der Situation zufrieden geben. Ich bin jedoch nicht zufrieden, da ich nicht überzeugt bin, dass ihr nachempfinden könnt, was ich zu sagen, versuche. Da ich jedoch ebensowenig der Meinung bin, dass ein Foto eine solche Empathie vermitteln zu vermag, kann ich meine Resignation bloß ausschreiben und euch ans Herz legen, eine solche Aussichtschance niemals auszusparen, da man das Gefühl unterschätzt. Fotos sind ein Nichts dagegen, ohne Landschaftsfotografen zu Nahe treten zu wollen. Ihre Werke in allen Ehren…

Ansonsten bin ich etwas nervös, da ich nun nur noch 2 Tage in meiner gewohnten leicht europäisch angehauchten Umgebung verweilen kann und dann in das rurale, ländliche las Canas verfrachtet werde. Völlig ahnungslos, was mich dort erwarten wird, halte ich mich an das allgegenwärtige „No te preocupes!“, „Mach dir keine Sorgen!“, dass die Mentalität der Mexaniker bestimmt und wie ein positiviertes Damoklesschwert über unseren Köpfen schwebt. Mit einer Herzlichkeit, einem vergnügten Stoismus und einer optimistischen Lässigkeit begegnet man jeder Planänderung und jedem Problem, was sich bietet. Ein jeder scheint ein Freund des Wortes „In jedem Problem liegt eine Chance“ (Danke dafür, Onkelchen.) zu sein und sein Leben dementsprechend zu gestalten.

Heimweh plagt mich noch nicht, aber ich kann noch nicht ganz mit dem Gedanken umgehen, vorerst weder Handball zu spielen, noch Musik zu machen, noch bekannte Gesichter anzulächeln. Es ist kein stechender Schmerz, sondern nur ein leicht unangenehmes, kaum spürbares Pochen unter der Haut, dass auf die Chance wartet, hervorzubrechen.

Nichtsdestotrotz blicke ich ausgelassen in die Zukunft, versuche jeden Moment in mich aufzunehmen und schreie mir innerlich ins Bewusstsein: NO TE PREOCUPES!

Es wird schon alles irgendwie werden…

Hochachtungsvoll grüßt

Jönix, el phönix

( comes out the ashes at aug 2009… see you then… )

Guten Morgen, Deutschland! Guten Morgen, Göttingen! Guten Morgen Blog-Leser! Auch wenn ich auf meiner Laptop-Uhr sehe, dass es bei euch schon 15:33 Uhr ist, sage ich Guten Morgen, da ich mich momentan im weiten Mexiko befinde. Bei mir ist es früher Morgen, 8:33 Uhr, und ich habe mich aufgerafft, um endlich einmal ein paar digitale Informationen an meine zurückgebliebene Menschenwelt zu senden.

Bleiben wir beim Medium Zeit. Wie lange bin ich jetzt hier? 3 Tage ohne heute? Es sind gefühlte 2 Wochen… Es ist ein Gefühl, dass man gar nicht zu fassen bekommt. Ich bin in Mexiko. Soweit so gut. Doch warum bin ich hier? Und warum passiert so viel, dass ich es kaum alles zu fassen bekommen? Und warum habe ich das Gefühl, dass ich es erst realisieren muss, bevor ich es genießen kann? Kurzum sind es sehr bewegte Tage gewesen; doch ich werde versuchen, sie in aller Bündigkeit darzulegen.

30. Juni. Abschied in Göttingen.

Es war wunderschön, von sovielen Menschen verabschiedet zu werden und nicht ganz einfach zugleich. Ich habe mich gefreut, zu sehen, wem ich alles so wichtig bin, dass er eigens für mich auftaucht und ich habe für mich einen besseren Schlußpunkt setzen können, als bei den wenigen Wichtigen, die ich vorher schon habe verabschieden müssen. Wunderkerzen, die abschiedslos abbrannten und die elendige deutsche Bahn oder besser gesagt eine Gruppe Frankfurter FußballFanRandalierer, die unserer Abfahrt verzögerten, gaben der Skurrilität des Abschieds das i-Tüpfelchen. Darauf folgte eine 4-stündige Fahrt zum Frankfurter Flughafen, in deren Anschluß wir 4 Stunden auf einem Balkon unsere Zeit vertrödelten. Wunderbare Zugverbindungen zum Drehkreuz Deutschlands…..Putzkolonen, die sich über unseren Aufenthaltsort wunderten und dei Erkenntnis, dass eine Decke Steinfließen doch nur bedingt weicher macht, sind die Erlebnisse dieser Nacht. Ohne Schlaf starteten wir vergnügt gegen 5 Uhr zum Auschecken. Wir trafen den Rest unserer Reisegruppe, also die anderen Freiwilligen, die mit IJGD in Mexiko arbeiten werden und gaben unser Gepäck auf. Endlich fand die elendige Plackerei ein Ende. Dann ging alles relativ fix. Noch ein Kaffee getrunken und dann ab in den Kurzstreckenflieger von IBERIA-Lines nach Madrid. Grausam. Keine Beinfreiheit, keinerlei Lächeln, weder Essen, noch Trinken, also alles in alles eher suboptimal. Naja, es waren ja nur 2 Stunden. Dann in Madrid stärkten wir uns gemeinsam bei McDo („Never change a winning team“ ^^) und stiegen in den Langstreckenflieger. Da er ungefähr von 5facher Größe war, konnt man sich hier auf etwas Service verlassen und man wurde nicht enttäuscht. Das Essen war passabel. Die Getränkeversorgung regelmäßig und die Beinfreiheit akzeptabel. EInziges Manko war das Unterhaltungsabgebot. Weder Hüpfburgen, noch Billard- oder Kickertische. Und die beiden Filme (Leatherheads; schlechtester Film George Clooneys und Dr. Dolittle 4; Irgendwann muss doch mal Schluß sein) waren auch nicht gerade kurzweilfördernd. Der Flug war teilweise von Turbulenzen durchsät, aber ein bisschen Spannung muss ja wohl dabei sein. Hiermit belasse ich es, was den Flug angeht.

Auf dem Mexiko Stadt Flughafen angelangt, hatten wir uns einigen Geduldsproben zu unterziehen, bekamen aber auch die erwünschten 180 Tage Visum ausgestellt und konnten demnach offen in die nahe Zukunft blicken. Die nahe Zukunft barg einen Bus von einem deutschen Reisebüro mit Zweigstelle in Mexiko, der uns am Flughafen in Empfang nahm, um uns zum Hostel zu kutschieren. Da ich im Vorfeld die Organisation des Busses unternommen habe, (meine zu Recht erzürnte Mutter animierte mich dazu, da sie der Meinung war, dass man nicht direkt am ersten Tag mit 17 Leuten + je 3 Gepäckstücke das Abenteuer Taxi in Kauf nehmen muss, aber unsere Organisation es nicht für notwendig gehalten hat.) hat der Busfahrer, bzw Wasauchimmer-amehesten-Koordinator, darauf bestanden alles mit mir abzuquatschen. Er wollte uns noch eine Tour für den nächsten Morgen vorschlagen, anstatt am nächsten Mittag direkt nach Morelia zu fahren. Aber in einer demokratischen Wahl wurde sich gegen Mond&Sonne-Pyramiden (Vielleicht wars ein Fehler…) und für Erholung von wirklich anstrengendem Flug entschieden. Also fuhren wir mit dem Bus ins Hostel. EIn wirkliches uriges Herbergchen. Weite Treppenhäuser, schöne Bilder, Internet und ordentliche Sanitäranlagen standen gegen klapprige Betten und durchgelegene Matratzen. Naja, was soll man erwarten… Auf jeden Fall war das Hostel ein netter Aufenthaltsort. Trotzdem war die erste Nacht anstrengend und minder erholsam. Die längste Zeit am Stück waren 1,5 h und um 5 ging gar nichts mehr, weil nach deutscher Zeit 12:00 Uhr zum Mittagessen schrie. Sei’s drum…

(Anmerkung des Autors: Ich hoffe, ich werde ihn heute noch vollenden, aber ich kanns nicht versprechen. Jetzt ist erstmal Frühstückspause. )