Archiv nach Monaten: Juni 2008

Tag X in meinem Leben.

6 Uhr aufstehen

(Kein Duschen! Siehe Blog davor…Hab beim Handball geduscht ;) )

6.20 Frühstück

6.45 Hygienekrams

7.00 Ab zur Arbeit

16.00 Feierabend und ab in die schon vermisste Stätte des größten Teils meines bisherigen Lebens: Schule Ein Abischerz wollte vorbereitet werden, aber dazu später mehr.

19.30 Patientenbesuch

20.30 Abendbrot+Spülmaschine+Fernsehen

21.30 Pc an+qip (icqungeziefer)+Blog

~> Jetzt

Hm… Ich weiß noch nicht genau, ob mir diese Variante einer Einleitung gefällt. Ich dachte mir, dass ich mal probiere, mich so zu einer Struktur zu zwingen. DIe Macht der Chronologie! Schauen wir mal wie das funktioniert.

Das Aufstehen war reichlich mühsam, da ich gestern schon mit dem Gedanken nicht aufstehen zu wollen ins Bett gegangen bin und das nie eine gute Voraussetzung für ein mühloses Aufstehen ist. Ich quäle mich also aus dem Bett und tappe verschlafen die Treppe runter. Kaffee und Schokornflakes helfen ansatzweise weiter. Raus in den kühlen Morgen und mit dem Auto meiner werten Schwester ab in die Firma, in der ich meine freie Zeit sinnvoll nutze. (freie Zeit? Pah!)

Viel war los heute! Warenannahme von ca 100 Päckchen, die alle ausgepackt und deren Nummern in den Pc wollten, um dann anhand der Lieferscheine, die man drucken muss, wieder in neue Haufen sortiert zu werden, die wiederum eingepackt werden. Nebenbei noch tierischer Stress bei der Telefonzentrale. Man kann es sich absolut nicht vorstellen, dass telefonieren nervös machen kann, (finde ich zumindest… liegt vielleicht daran, dass ich Zeit meines Lebens gerne telefonierte. *ring ring* Klein-Jonas: „Darf ich rangehen, Mama?“) aber… doch. Es geht durchaus. Nun geht es nämlich so.

*ring ring* *Hörer abheb* Name der Firma, Name des Sprechenden, offene W-Frage

„~zensiert~, Wolterstorff, Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?“

*herzrasen*halb stotternd*möglichst freundlich klingend*

„Ja, hallo… *unverständlich Namen von Firma und eigenen Namen murmel*, ich will mit Frau Soundso sprechen.“

„Einen Moment bitte…“ *gehetzt in Nummernliste kram* „Ich verbinde…“ *Tasten zitternd drück*aufleg*ächz*

Und dann erst mal durchatmen, wenn man keinen Fehler gemacht hat. Ich frage mich echt wie lange es noch dauert, bis ich da Routine drin habe.

Und dann in die Schule. Ein großer Haufen verplanter Abiturienten begrüßt, die alle nicht so recht wussten, was sie hier sollten, da konsequent eigentlich nur 5 Leute den Abischerz planten. Also mussten diese 5 auch koordinieren. Aber koordiniere mal problemlos 60 Chaoten. Also ging anfangs gar nichts. :) Aber nach und nach entstanden eine Hüpfburg , eine Schaumwiese, ein mit Luftballons aufgefülltes Lehrerzimmer, eine Bühne, abgesperrte Treppentürme und eine Sandfläche auf dem Schulhof. Nur dass wir morgen schon um 6 dort auftauchen sollen, macht mir etwas Sorgen. Aber sonst wird das garantiert klasse morgen. Danke, Abi-Scherz-Komitee!

Zu dem Krankenbesuch werde ich aus Privatsphäregründen nur sage, dass ich hoffe, dass sie die Besuchte gefreut hat, auch wenn das Vergnügen aufgrund von nerviger Krankenschwester recht kurz war.

Den nächsten Punkt überspringe ich auch ungefragt…

Somit sind wir beim Blog! Ich hätte doch ahnen können, dass ich wieder ewig brauche. *grummel* Aber wenn ich mich zwischendurch auch immer wieder von Gesprächen über die Band ablenken lasse; selbst Schuld.

Ich hoffe es ist trotzdem ein unterhaltsamer Überblick über den Tag rausgekommen. Ach ja… Der Moment des Tages war auf dem Schulhof zu stehen, ein paar Leute, die man schätzt um sich und schweigend die Sonne auf dem Gesicht zu spüren.

Lebt weiter! Bis bald…

Ging das nicht irgendwie anders? Naja… Ihr wisst sicher was ich meine… Wer einmal intensiv mit Sport anfängt, kann nicht wieder aufhören. Man geht quasi einen Pakt mit dem Sportsgeist ein, der einen zwingt sich immer wieder halb tot zu bewegen. So auch heute mit mir. Obwohl wegen etlicher, mehr oder weniger widriger, Umstände (Rock-am-Ring, zweites Mexiko-Pflicht-Vorbereitungsseminar in Hemeln, eigene Auftritte) zwei (oder waren es drei? Zeitgefühl adé… :( ) Wochen kein Sport gemacht, stürzte ich mich heute ohne Rücksicht auf Verluste in das Handballtraining.

Angefangen hat es mit guten 15 Minuten Fußball. (Hehe… Handballer spielen Fußball zum Aufwärmen… Was das wohl über den Konzentrationsunterschied aussagt… ? ^^) Angespornt durch die guten Leistungen unseres Nationalteams wollte ich auch mal auf die Pauke hauen. Dies gelang mir mäßig. Ich fand eine ausgewogene Balance zwischen großartigen Flanken und akzeptablen Dribblings und miserablen Torschüssen und Beineverheddern hoch drei.

Im Anschluss an das Aufwärmen begann das Einwerfen der Torhüter. Da ich einer dieser seltenen Idioten bin, die sich freiwillig abwerfen lassen, hatte auch ich das Vergnügen wieder einmal gerötete Arme bewundern zu können. Also war Fröhliches-Körperteile-in-den Weg-halten angesagt. Ebenso beim anschließenden Spielchen Spieler gegen Torwart. Wer als erstes 10 Punkte verliert, darf pumpen. Ich hab gewonnen. Dieses Erfolgerlebnis erinnerte mich daran wie schön es sein kann, Torwart zu sein. Wenn du nicht hältst, ists in Ordnung, weil es keiner ernsthaft erwartet, aber wenn du doch hältst, bist du der Hält… äh… Held. (Da müsste ich mich ja eigentlich für schämen… Aber die meisten werden das eh schon von mir kennen. Schlechte Wortspiele sind wunderbar.) Schlußendlich beim End-Spiel 4:4 machte ich aber wieder keine gute Figur. Naja… Auch beim Handball gibt es ein ewiges Auf-und-Ab.

Wie dem auch sei. Worauf ich eigentlich den Schwerpunkt dieses Blogs legen wollte, ist das mir selbst auferlegte Ziel, jeden Tag eine Moment richtig zu genießen, sodass man abends im Bett nicht das Gefühl hat, zugeben zu müssen, dass es ein verschwendeter Tag war. Oft genug geht es mir leider nämlich so, dass ich den gesamten am Pc sitzend verbringe und wirklich effektiv nichts tue. Während man so seine Zeit vertreibt, sieht man nichts Verwerfliches daran, weil es irgendwie ja schon ganz nett ist, aber im Nachhinein fragt man sich nahezu immer, warum man denn die Zeit nicht besser nutzte. Und deshalb bin ich heute außerordentlich erfüllt, dass ich diesen Moment hatte. Zu einigen dieser Momente, die einen jedes Mal wieder sättigen, gehört es, mit einem kühlen Oettinger Radler (Schmeckt besser, als es klingt…) in der Hallenkabine zu sitzen und auszudünsten. Man spürt jeden einzelnen Muskel und weiß, dass der nächste Tag vielleicht nicht ganz schmerzfrei sein wird, aber ist trotzdem glücklich. Und dann die Dusche… *seufz* Wohlfühlen pur…

Naja… Womöglich liegen Endorphine und Adrenaline ergebnistechnisch nicht weit auseinander. Denn gewollte Anstrengung führt meist auch zu Wohlempfinden.

Also… Macht Sport und genießt die Anstrengung; das Gefühl danach wird euch entlohnen.

(Aber gebt bloß nicht mir die Schuld, wenn es doch nicht klappen sollte…)

Gestern war der zweite Auftritt von unserer Band Megrim. Diesmal spielten wir im Café Kreuzberg in Göttingen. Zusammen mit der ebenso jungen Band Wretch gaben wir uns redlich Mühe das Publikum zu verwöhnen. Wobei Verwöhnung sicherlich Auslegungssache ist. In Wretchs Fall bedeutet Verwöhnung ungewohnte Rhytmen treffen auf experimentierfreudige Melodien und groovige Zu-Bewegen-Wollen-Teile. In unserem Fall heißt Verwöhnen weniger Bewegen, denn Hören. Auch wenn wir einige Songs im Repertoire haben, in denen man seinen Sprunggelenken Arbeit verschaffen kann, werden eher die Gehörgänge beansprucht. Mit mehrstimmigem Gesang und ausgefeilten Soli berühren wir. Soviel zumindest zur Theorie….

Inwiefern das gestern in die Tat umgesetzt wurde, ist schwer zu beantworten, da der Berührungsgrad, aufgrund von wildem Kopfgeschüttel, in den Gesichtern nicht zu erkennen war. Und da das Cafe Kreuzberg nicht gerade bekannt für seine Übersichtlichkeit ist, war es auch nahezu unmöglich, irgendwelche Empfindungen bei Menschen der hinteren Reihen zu erkennen. Demnach kann ich keine fundierten Aussagen über Berührung machen. Zumindest die im Nachhinein getroffenen Beurteilungen schienen recht positiv.

„Besser als im Nörgelbuff“

„Ganz anders und noch viel besser als auf der CD“

„Sauber ausgepowert!“

„am Ende war es ja wieder nicht so mein Fall, aber der main part of the Auftritt war hot“

Derartige Kommentare fanden erfreutes Gehör bei uns.

9 verkaufte Alben auf eine Besucherzahl von 109 Leuten ist auch eine ganz gute Quote wie ich finde. Auch wenn sicherlich nicht konstant 109 Leute anzutreffen waren, da einige Besucher den Fehler gemacht haben erst zu uns zu kommen oder schon vor uns zu gehen.

Wie dem auch sei. Nach dem Auftritt waren wir noch etwas mit Abbauen und Restfreigetränke saufen beschäftigt. Als dieses jedoch auch erledigt war, brachten wir das Instrumentenkrams zurück in unseren wunderbaren Proberaum im Schlummermarkt Rosdorf. Dann machten wir uns kurzerhand auf ins 15 km entfernte Kaff Hermannrode, um Patrick und Anna zu besuchen, die dort den Hundesitter zu mimen hatten. Völlig fertig und fast vollständig weggetreten zogen wir uns noch den großartig inhaltsflachen Martial-Arts-Klopper Karate Tiger III rein. Und dann die Rückfahrt. Ihr könnt es euch nicht vorstellen, was für ein unebeschreibliches Gefühl es ist, über eine schnurgerade, flache Landstraße, gesäumt von Bäumen (demnach auch Allee genannt) zu fahren, den kreisrunden Vollmond zu bestaunen und dem Sonnenaufgang entgegen zu fahren. Guter Musik von MUCC zu lauschen und die Stimmung zu genießen. Als ich dann um 4 Uhr zu Haus ankam, freute sich Findus, meine Katze, mich zu sehen, was wiederum mich freute. Schnurrend rollte sie sich auf meiner Brust zusammen, was eine erschöpfte Befriedigung über den gelungenen Abend in ebendieser Brust hervorrief.

Nun sitze ich an diesem PC, sinniere über den letzten Abend und blicke mit leichter Missstimmung dem nächsten Tag entgegen. Erneut werde ich mich in die Laborhandelsfirma meiner Tante schleppen, um etliche Zahlenreihen über mich ergehen zu lassen. Nicht, dass ich nicht glaube, dass ich mich voranbringt, in einen wirtschaftlichen Betrieb eingegliedert zu werden, aber es zerrt durchaus an meinen Nerven, Abläufe durchblicken zu müssen, die mich vor dem Arbeitsantritt nicht im geringsten interessierten. Der Kopf wird mir auch morgen wieder voller Termini schwirren wie Auftrag, Bestellung, Lieferung, Debitor, Kreditor, Super-Dispo, Gesellschafter, unfrei und Konkurrenz. Es bleibt wirklich abzuwarten, ob ich je meine Erfüllung in diesem Berufsbereich finden werde, der ja so wie es scheint, keinerlei Bezug zu meinen Leidenschaften wie beispielsweise Sprache oder Menschenbeobachtung herstellt.

„Anyways“… (Es leben die Anglizismen! *Ironie versprüh*)

Gehabt euch wohl, werte Leser und auch werte Nicht-Leser, die ich gerne zu meinen Lesern zählte…

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Mondnacht


Es war, als hätt’ der Himmel

Die Erde still geküßt,

Daß sie im Blütenschimmer

Von ihm nun träumen müßt’.


Die Luft ging durch die Felder,

Die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis die Wälder,

So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus

Joseph von Eichendorff