Archiv nach Monaten: Mai 2008

Hallo.

Da ihr diesen Blog geöffnet habt, – wovon auszugehen ist, wenn ihr das lest – denke ich, dass euch mein Befinden interessiert. Tja, wie geht es mir? Es schwirrt grad einiges in meinem Kopf herum. Am ehesten beschreibt es glaub ich der Bandname einer Band mit der wir (Megrim) am 10. im Göttinger Nörgelbuff auftreten werden: „Habit vs Dream“. Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen Gewohnheit und Traum, Routine und Alltagsflucht, Romantik und Aufklärung, Rationalität und Irrationalität.

In weniger poetischen Worten ist es schwieriger auszudrücken, aber wahrscheinlich muss ich es, da mein Über-Ich mich dazu nötigt… meinen Lesern zuliebe.

Auf Beispiele übertragen wäre da zuallererst Mexiko. Es ist ein großer Wunsch, den ich lange in mir trage, die Welt zu erschließen und warum nicht mit Mexiko anfangen. Menschen helfen mit etwas was man kann. Englisch. Auf Menschen zugehen. Lehren. Aber… Wer sagt mir, dass ich das wirklich kann? Mein Selbstvertrauen. Und da haben wirs wieder. Weil ich denke, dass ichs kann, denke ich, dass ich können werde. Doch dann kommen wieder die Zweifel. Wenn ich mir überlege, wieviele Dinge ich manchmal hier in Deutschland versuche zu verwirklichen und diszipliniert ein Ziel zu erreichen; und scheitere… und dann gen Mexiko blicke mit denselben Gedanken im Kopf, frage ich mich wirklich, ob ich das schaffen kann, einem Haufen, Grüppchen, einer Menge an Schülern, die meine Sprache nicht sprechen etwas beizubringen und zusätzlich mit den anderen Dinge die mich beschäftigen, fertig zu werden. Dinge, die sich in vielfältiger Form ergeben könnten. Heimweh, Einsamkeit, Mitleid angesichts großer Armut, Abscheu gegenüber verschwenderischem Reichtum und Wolllust, Langeweile, Überforderung, Ansichtenkarambollage, Übersensibilisierung. Angst und Hoffnung reichen sich die Hand und folgen dem Duo vor ihnen; Zuversicht und Befürchtung. Ich liebe die Paraphrase ohne Inhalt, die Leerformel, die Floskel. (Und ganz nebenbei auch das Trikolon) Aber wenn ich wüsste, wie ich das Chaos in meinem Kopf artikulieren könnte, was ganz nebenbei auch mir Ruhe verschaffen würde, würde ich es zweifelsohne tun.

Auch wenn der Vorherige nicht so richtig beendet ist, kommt nun der nächste Punkt unter der Vorherrschaft des ersten Absatzes. Nächster Traum. Die Band. Seit Anbeginn unseres Bestehens, von Narcotic von Liquido, Atwa von Soad, über den ersten Song zum ersten Auftritt, träume ich davon, eine größere Menge von Menschen mit Musik zu begeistern. Und damit meine ich jetzt nicht nur Menschen, die uns bereits kennen, aus Freundschaft zum Konzert kommen usw. Sondern auch völlige Neulinge. Auch wenn ich an der musikalischen Gestaltung nur bedingt meinen Anteil beisteuerte, fühle ich mich aufgrund der Texte, die ich schrieb und Zeit, die ich verbrachte, völlig zugehörig zu dieser Band. Nun haben wir auch die Illusion verwirklicht ein Album herauszubringen. Bald werden wir es in Niedrigstückzahl vertreiben. Nun kommen wieder die Ängste. Sind 100 Stück zuviel? Wird das Album auch bei den Menschen ankommen? Kommen überhaupt genug Menschen zu den Konzerten? Werden wir gemocht werden? Darf man hoffen oder stolz sein? Sollte man lieber pessimistisch sein um nicht aufgrund zu hoher Erwartungen desillusioniert hinabzufallen? Werden wir genug Zeit zum proben haben? Werden wir lächerlich erscheinen? Ist dieser ganze Artikel purer Stuss, weil ich viel zu viel über mein Innerstes preisgebe und das euch gar nichts angeht oder ihr hinterher verstört seid? Bin ich ein „from-society-so-called“-EMO? (Ich hasse diesen Begriff!)

Selbigen Absatz könnte ich nahezu kopieren, weil die Veröffentlichung der Anthologie mit der Ag, die ich mitgeleitet habe, ebenso viele Fragen offen lässt, wie die des Albums. Wird es sich rentieren und hat sich der Aufwand gelohnt? rhabarberababarabbar!

Nicht zuletzt denke ich über einen großartigen Film nach, den ich gestern auf NDR gesehen habe. Kammerflimmern. Sehr melacholisch und sehr tiefsinnig. Und mich hat er zudem verstört. Die Intensität, die er transportierte, habe ich selten erlebt. Aber seht ihn selbst! ich beschränke mich lieber wieder auf Leerformeln und nichtssagende subjektive unbegründete Wertungen.

Gerne würde ich auch von einem anderen Kapitel meiner momentanen Umwälzungen berichten und euch teilhaben lassen, aber der Bereich „O+“ (Entschlüsselt ihr das Pseudo-Rätsel?), würde einigen der potenziellen Leser zuviel über mich verraten und wäre wahrscheinlich auch nicht gut für Personen, die ich erwähnen würde. Schade, dass dies Tagebuch so verdammt öffentlich ist. Aber wo wäre der Reiz ohne das Risiko des gläsernen Gedankens?

So… Nachdem ich schon einfach wild alle meine Gedanken im ersten Blogeintrag niedergekritzelt habe, möchte ich dieses Mal versuchen etwas mehr Struktur zu beweisen. Ich kündigte ja bereits an, meine Hobbies ein wenig zu verschriftlichen, um das Bild von mir etwas transparenter zu machen. Womit fange ich an? Hmm…

Sport. Seit meinem fünften Lebensjahr (Kann das stimmen?! Wer weiß….) spiele ich Handball in meiner schönen Heimatstadt Göttingen. Alles fing an als ich von einer Nachbarin mit Trainerfunktion in einem hiesigen Verein gefragt wurde, ob ich nicht teilnehmen möchte an der Mini-Mannschaft von „Göttingen 05″. Ich war gepackt von dem Sport. Anfangs eher unbewusst, aber inzwischen auch bewusst, bin ich mir sicher, dass Handball immer mein Lieblingssport sein wird. Früh wurde ich aufgrund meiner unvergleichlichen Reaktionsfähigkeit (*chrm*chrm*) auf die Position des Torhüters verbannt. Ich begann eine Freude daran zu entwickeln, dem Gegner eins auszuwischen, indem er immer wieder an mir scheiterte. Ab der C-Jugend (inzwischen beim MTV Geismar) fing ich aber an, zu bereuen, dass ich den Stempel akzeptiert hatte: „Einmal Torwart, immer Towart“. Ich wollte Körperkontakt und aktives Eingreifen ins Spielgeschehen. Nun gut; niemand kann das Gefühl nachvollziehen einen entscheidenden Siebenmeterwurf zu vereiteln. Es ist unvergleichlich. Und doch… Mit einem Team zusammen ein Bollwerk gegen einen „Feind“ bilden und gegen seine Angriffe zusammenzuhalten, vermisse ich doch. Als Torwart bin ich zum Einzelkampf verflucht. Mal abgesehen von Gegenstoßpässen übers Spielfeld. Doch bevor ich anfange, euch mit Einzelheiten des Handballmetiers zu langweilen komm ich zum zweiten meiner essentiellen Interessensgebiete.

Musik. Nunmehr 8 Jahre (möglicherweise habe ich aus Scham einige gekürzt, da ich meinen Status nicht der Anzahl meiner „Lernjahre“ entsprechend beurteile) lerne ich es, aus einem wunderbaren Instrument (recht unhandlich, schwarz-weiße Bedienelemente) Töne hervorzubringen. Angefangen habe ich mit Pop und Blues und bin dann über Klassik zur Improvisation gelangt, der ich zur Zeit noch fröne. (Voraussichtlich mexikobedingt aber leider nicht mehr lange) Über Experimente mit den Tasten und einfachen Akkordfolgen komponierte ich zudem inzwischen 3 Stücke. Soviel zu meiner „Karriere“ als Solokünstler. Damit ist das Kapitel Musik jedoch noch nicht abgeschlossen, da auch ein Gemeinschaftsprodukt in diesen Bereich gehört. Das Produkt nennt sich „Megrim“, existiert seit 2005 und hat sich dem Ziel verschrieben Klang gemeinschaftlich zu übertragen. In der Umgangssprache der Neuzeit nennt sich das wunderschön englisch „Bähnd“. Wir sind also die Band Megrim, in der eine Gitarre, ein Bass, ein Schlagzeug und ich, am Mikro die Hauptrollen spielen. Falls diese eher abstrakte Beschreibung euer Interesse geweckt haben sollte, schaut doch einfach mal bei www.myspace.com/megrimband vorbei und macht euch selbst ein Bild von uns. Über Gästebucheinträge freuen wir uns meist ungemein. Wem die Musik zusagt, sollte sich auch nicht scheuen, eine Cd für den Preis von 6 Euro(+ porto) bei uns zu erwerben (mailto: bloodmandarin@yahoo.de)oder bei einem Konzert in Göttingen vorbeizuschauen (10.06 im Nörgelbuff / 21.06 im Café Kreuzberg). Kommen wir nun zum letzten Bereich.

Literatur. Angesichts des zwangsläufigen Texteschreibens in der Musikgruppe, bemerkte ich meine Freude daran Buchstaben in Worte und Botschaften in Buchstaben zu schweißen. Aufgrund einer Erfahrung, die mich sehr beschäftigte, setzte ich diese Erkenntnis in die Tat um. Ich schrieb ein Gedicht. Einigen mag das altmodisch vorkommen, aber mich versetzt(e) es in einen Zustand der Befriedigung, wenn ich meine Alltagserfahrungen derartig kompensieren konnte. Hinfort schrieb ich immer, wenn ich den Drang dazu verspürte, ein paar Verse oder Strophen. (zu finden auf www.keinverlag.de/bloodmandarin.kv) Rastlos nach Gleichgesinnten suchend, entdeckte oder besser gesagt, wurde mir die Entdeckung eines Internetforums mitgeteilt, dass Hobbyautoren eine Plattfrom bietet, um sich auszutauschen. Das eben bereits geklammert erwähnte „keinVerlag.de“. -Zeitsprung- Aufgrund von nach einem Jahr ernüchternd erscheinenden Kommentaren beschlossen ich und zwei weitere, dem Schreibwahn verfallenenen Mitmenschen (Schöne Grüße lalilu und hesse!) in unserer eigenen Umgebung nach Mitstreitern für die schöngeistige Verwendung des Buchstabencodes. Unterstützt von einer begeisterten Germanistik-Lehrkraft gründeten wir an unserer Schule eine „KreativesSchreiben-Ag“. Als eine Hommage an/für KeinVerlag, der uns ohne Frage den Weg zur Arbeitsgemeinschaft ebnete, nannten wir uns „KeineAG“. Und auch ohne den Verweis an „KV“, kann man den Namen verwenden, da wir keine schnöde Arbeitsgemeinschaft sind, sondern Fantasie, Sprachinteresse und Diskussionfreude sich bei uns vereinen. In der AG fanden sich nach und nach ca 10 festen Mitglieder ein, die sich regelmäßig trafen, um über neuste Werke zu sprechen. Da es diese Werke bald in beachtlicher Zahl und unterschiedlichster Form zu bewundern gab, verfiel man der Utopie ein Buch, eine Textsammlung, eine Anthologie zu veröffentlichen. Es blieb nicht bei der Utopie! Finanziert von Waffelverkäufen in der Schule ( ;) ) konnten wir gestern den Druckauftrag für eine Auflage von ca. 100 Exemplaren absenden. Auch dieses gibt es käuflich zu erwerben. Bei Interesse: www.keineag.de .

Ich hoffe, diese kleine Zusammenfassung meines Lebensinhalts gibt einen kleinen Überblick über meine momentane Kapazität an freier Zeit, doch dazu morgen oder „dann“ mehr… :)

Hallo Welt! Das ist eigentlich ein netter Titel, den mir wordpress da vorgeschlagen hat. Dies ist noch nicht ganz, aber wird hoffentlich mein erster Blogeintrag. Der erste Eintrag in einen Blog, der irgendwann einmal meinen gesamten Freundeskreis mit Informationen aus dem Land der Inkas versorgen soll. Ihr fragt euch sicherlich, was ich damit zu tun habe, bzw wer überhauot „ICH“ ist. „Ich“ ist Jonas Wolterstorff, ein gefühlter 18-jähriger junger Mann, auf dem Papier 19-jähriger (15.05.), der versucht die Welt zu entdecken, nebenbei sich entdeckend weiterzuentwickeln und wenn möglich noch die Welt rettet. Utopie? Jap, wahrscheinlich… Aber zumindest geht die Beschäftigung, die ich zwischen August 2008 und August 2009 anstrebe schon einmal in die richtige Richtung. Ich gehe nach Mexiko in ein 200-2000 Seelen-Dorf. Dort werde ich einem Englischlehrenden nach bestem Wissen und Gewissen unter die Arme greifen. Inwiefern das Erfolg haben wird, wird sich zeigen. Das nennt sich dann „Assistant teacher“. Die Region die ich erst Fremde und dann hoffentlich irgendwann Zuhause nennen werde, nennt sich Michoacán und liegt im Südwesten Mexikos. Die Staatshauptstadt ist Morelia, in der ich mich hoffentlich dann auch mit „Leidens“genossen ( Es lebe der genusuntypische Numerus!, sprich auch Frauen dürfen sich bitte hiervon angesprochen fühlen) treffen kann. Nun liegen die spannenden Wochen der Vorbereitung vor mir. Dazu gehören ein Motivationsbrief, den ich zum Glück bereits versandt habe, die obligatorischen Impfungen und natürlich Gedanken machen… Da ich erfreulicherweise an der tollen Iniative „weltwärts“ teilnehmen darf, habe ich keinerlei Kosten, die auf mich zukommen. Sogar der Flug wird übernommen. Alles was ich leisten muss, ist die Teilnahme an 3 Vorbereitungsseminaren, Motivation und einen Spenderkreis aufbauen, der sich verpflichtet einen gewissen Betrag pro Monat an die Organisation unter deren Obhut ich stehe (IJGD + VIVE) zu versenden. Dieser Betrag darf jedoch nicht über 150 Euro hinausgehen. Auch zu diesem Zweck habe ich diesen Blog eingerichtet. Ich möchte Menschen auf mein Vorhaben aufmerksam machen und sie zu einem ähnlichen Engagement oder gar zu Spenden ermutigen. Soviel fürs Erste zum Projekt „Jönix en México“. Morgen oder demnächst gibt es dann einen Eintrag zu meinem restlichen Leben.